Emissionen

Schneller ansteigender CO2-Preis vom Tisch?

Steigende Energiepreise belasten unter anderem die Portemonnaies privater Haushalte. Insbesondere Autofahrer sind betroffen. Der ADAC appelliert nun an die künftige Regierungskoalition, die Bevölkerung nicht zu überlasten.

Schneller ansteigender CO2-Preis vom Tisch?
mid Groß-Gerau - Für viele Verbraucher fehlen noch Alternativen zum Pkw, mit denen die Menschen emissionsarm unterwegs sein können. webandi / pixabay.com


Steigende Energiepreise belasten unter anderem die Portemonnaies privater Haushalte. Insbesondere Autofahrer sind betroffen. Der ADAC appelliert nun an die künftige Regierungskoalition, die Bevölkerung nicht zu überlasten. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand und ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze sehen eine der größten Herausforderungen darin, Klimaschutzziele zu erreichen, ohne die Bevölkerung zu überfordern oder Mobilität unverhältnismäßig einzuschränken.

In diesem Zusammenhang sei für den Automobilclub klar, dass Klimaschutzziele erreicht werden müssen. Deshalb müsse es jetzt darum gehen, die Verbesserung des Angebots an klimaneutraler Mobilität zu beschleunigen und bei Anpassungen im Abgabensystem immer die finanzielle Gesamtwirkung auf die Verbraucher im Blick zu behalten.

Das schriftlich festgehaltene Ergebnis der Sondierungsgespräche lasse Aussagen zur zukünftigen Entwicklung des CO2-Preises und zur konkreten Ausgestaltung des angekündigten Subventionsabbaus offen. Es sei zu hoffen, dass das Bewusstsein aller Verhandlungspartner für finanzielle Belastungsgrenzen der Verbraucher gestiegen sei und die Maßnahmen jenseits von Kostensteigerungen und Verboten im Fokus der weiteren Verhandlungen stehen würden.

"Mobilität und Klimaschutz dürfen kein Widerspruch sein", betont Hillebrand. Niemand dürfe über steigende Kosten von der Möglichkeit ausgeschlossen werden, mobil zu sein. "Ich hoffe - und gehe angesichts der aktuellen Spritpreissteigerung davon aus, dass ein noch schneller ansteigender CO2-Preis vom Tisch ist."

Bei der von den Sondierungsparteien in Aussicht gestellten konsequenten Weiterentwicklung des Klimaschutzgesetzes dürfe es im Sinne der Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit von Politik weder um einen schnelleren Anstieg des CO2-Preises noch um andere drastische Verteuerungen von Verkehr gehen, so Hillebrand. Es sei wichtig, die Gesamtwirkung auf den Verbraucher im Blick zu halten und nicht nur einzelne Instrumente wie eine City-Maut isoliert zu betrachten. Dazu gehöre auch die politisch in den letzten Jahren bereits beschlossene Verteuerung des Anwohnerparkens in vielen Kommunen.

Für viele Verbraucher fehlten noch Alternativen zum Pkw, mit denen die Menschen emissionsarm unterwegs sein können. Die Pläne der Parteien zu Investitionen in Ladeinfrastruktur, öffentlichen Verkehr und Digitalisierung sowie zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum lassen den Willen erkennen, auf dem Weg zu klimaneutraler Mobilität weiter voran zu kommen.

Klimaschutz dürfe nicht aus der Perspektive der Stadt gedacht werden. Insbesondere Menschen auf dem Land, die lange Wege zur Arbeit zurücklegen, müssen entlastet werden. Im Koalitionsvertrag müsse die Anhebung der Entfernungspauschale mit der Anrechenbarkeit ab dem ersten Kilometer festgeschrieben werden, um finanzielle Mehrbelastungen abzufedern.

Unterdessen begrüßt Technikpräsident Schulze das ausdrückliche Bekenntnis zur Technologieoffenheit und die Erwähnung von eFuels als Option für Neufahrzeuge. "Ich erwarte aber, dass die Verhandlungsparteien in einem Koalitionsvertrag eFuels auch für den Pkw-Bestand in den Blick nehmen und Planungssicherheit für die Nutzung von eFuels im Straßenverkehr schaffen." Ohne eFuels würden die mittelfristigen Klimaschutzziele nicht zu erreichen sein.

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