Auto

Akzeptanz der Verbrenner im freien Fall

Die Autofahrer-Welt ist in rasanter Bewegung. Neue Formen der Mobilität, alternative Antriebe, steigende Kraftstoffpreise, strengere Umweltvorgaben: Der Wandel ist massiv und unumkehrbar. Doch wie gehen die Betroffenen damit um? Eine aktuelle Studie erfasste den Gemütszustand.


Die Autofahrer-Welt ist in rasanter Bewegung. Neue Formen der Mobilität, alternative Antriebe, steigende Kraftstoffpreise, strengere Umweltvorgaben: Der Wandel ist massiv und unumkehrbar. Doch wie gehen die Betroffenen damit um? Eine aktuelle Studie erfasste den Gemütszustand.

Im Zentrum der Forsa-Untersuchung für die Targobank standen die Entscheidungskriterien für den Autokauf, die Einstellung zu unterschiedlichen Antriebsarten sowie die grundsätzlichen Ansichten zu aktuellen verkehrspolitischen Fragestellungen und Maßnahmen.

"Dabei war der Absturz der Verbrenner, insbesondere der Benziner, in der Gunst der Verbraucherinnen und Verbraucher noch nie so deutlich wie in dieser Befragung", so das Kreditinstitut. Gleichzeitig konnten E-Autos bei der Popularität weiter zulegen, die Bedenken gegen einen Wechsel auf 100 Prozent Elektro bleiben aber hoch. Besonders auffällig: Die Umweltfreundlichkeit von E-Autos wird vermehrt angezweifelt.

Auch 2022 stehen alternative Antriebe hoch im Kurs: Knapp 43 Prozent planen beim nächsten Autokauf hier einen Umstieg. Während Hybridautos gleichbleibend gefragt sind (22 Prozent), wächst der Wunsch nach reinen Stromern kontinuierlich an: Waren es 2020 noch acht Prozent der Befragten, so sind es in diesem Jahr schon 17 Prozent, die sich vorstellen können, einen reinen Elektroantrieb zu wählen.

Die Akzeptanz der Benziner fällt parallel dazu mit 22 Prozent auf einen neuen Tiefstwert zurück (2020: 30 Prozent), und auch die Beliebtheit des Dieselantriebs ist mit elf Prozent weiter leicht rückläufig (minus ein Prozent). 20 Prozent sind in Sachen Antrieb aber auch noch unentschlossen.

Interessiert sind die Befragten an E-Fuels, die eine umweltfreundliche Treibstoff-Alternative für Verbrenner sein könnten. Während die Technologie von Seiten der Politik für Pkw aktuell nicht weiterverfolgt wird, sprechen sich 57 Prozent dafür aus, dies zu tun.

Interessant: Während 2019 noch 57 Prozent der Befragten E-Autos pauschal für umweltfreundlicher als Verbrenner hielten, sank die Zahl kontinuierlich auf jetzt noch 44 Prozent. Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren der neusten Generation sind sogar 61 Prozent der Auffassung, dass E-Autos keine umweltfreundlichere Alternative darstellen. Die Bedenken liegen zum Teil in Nachhaltigkeitsaspekten begründet: "57 Prozent bemängeln die Umweltschädlichkeit der Akkus, 42 Prozent deren begrenzte Lebenszeit. Jeweils 64 Prozent führen als Argumente gegen den Kauf eines E-Autos das zu gering ausgebaute Ladesäulennetz und die zu geringe Reichweite an", heißt es in der Studie.

Für 60 Prozent spricht der hohe Anschaffungspreis gegen ein E-Auto. Hybrid-Fahrzeuge bieten laut Studie für die Mehrheit einen guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite - dennoch sinkt auch hier die Euphorie: Nur noch 59 Prozent (minus sieben) halten Hybride für eine gute Alternative.

Auch wenn das Umweltimage von Elektroautos offenbar gelitten hat, halten 54 Prozent der Befragten es für richtig, dass der Kauf von E-Autos finanziell gefördert wird, 43 Prozent sprechen sich dagegen aus. Bei der Frage, ob dafür Steuergelder verwendet werden sollen, dreht sich das Mehrheitsverhältnis allerdings: 42 Prozent halten dies für richtig, 55 Prozent sind dagegen.

Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen befürworten aktuell 63 Prozent der Befragten (plus fünf). Gleichzeitig ist die Zahl der Tempolimit-Gegner um sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent gesunken.

auch in VERKEHR

Anzeige

Videos