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Elektromobilität - Elektrobusse erobern die Straßen

Wegfall stickiger und unangenehm riechender Abgase, ein dezent entspanntes „Summen“ und fix unterwegs! Immer mehr Städte in deutschen Landen testen den Betrieb von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr aus. Abweichend zum E-Auto entfällt hier die lästige Reichweitendiskussion.

Innovation oder bloß Renaissance? Bereits vor über 130 Jahren gab es elektrische Wagen. In Berlin bewegten diese sich, gespeist aus Oberleitungen, durch den städtischen Verkehr und beförderten die Fahrgäste. In Teilen Brandenburgs funktioniert das immer noch recht gut. In Eberswalde wurde der Betrieb der Oberleitungsbusse bereits 1940 eröffnet und erfreut sich aktuell immer noch großer Beliebtheit. Bevor der erste Bus mit Moto gebaut wurde hatte Siemens bereits die Vision von der sogenannten „elektromagnetischen Droschke“.

Vorteilhaft und für die Elektrobusse spricht der Verbrauch. Sie verbrauchen circa 60 Prozent weniger Energie als Dieselfahrzeuge und das auch noch lokal emssionsneutral – So die Berliner Verkehrs Gesellschaft. Seit 2015 sind in Berlin beispielsweise zwischen „Zoo“ und Berlin Südkreuz auf der Linie vom Bus 204 Elektrobusse im Betrieb auf Tour. LAUT Betreiber verläuft dieses Projekt absolut erfolgreich und zufriedenstellen. Die TU Berlin betreut das Testprojekt dabei durch Experten aus dem Bereich E-mobilität. Verbesserungspotenzial besteht hauptsächlich in der Ladetechnik.

Reichweiten Problematik bei Elektrobussen

Eine Reichweitenproblematik ist beim öffentlichen Nahverkehr nicht wirklich die Thematik. Das Wort beinhaltet es – Nahverkehr. Die Busse müssen über so viel Ladung verfügen um ihre Tour bis zur entsprechenden Endhaltestelle realisieren zu können. Dort werden sie via Induktion geladen. Ein Großteil der Ladung wird hierbei sogar durch den Betrieb der Heizaggregate im Winter und der Klimaanlage im Sommer verbraucht. Die Reichweite von circa. 50-70 km, geschuldet dem Gewicht und der Masse die bewegt werden muss, ist also relativ unproblematisch. Der enorme Vorteil heutzutage resultiert auch aus den schnellen, beziehungsweise kurzen Ladezeiten. Dieser Fortschritt spielt auch in der Branche der Elektro-PKWs eine große katalytische Rolle.

Im Berliner Modell beträgt die Dauer des Ladevorgangs an der entsprechenden Station lediglich 4 bis 7 Minuten. Die zu Ladende Batterie verfügt über eine Kapazität von circa 90 kWh. Das entspricht etwas über 200% eines Elektro-Autos mit vergleichbar hoher Kapazität.

Die „gepimpte“ Ladeleistung in Höhe von 200 kW, übertrifft die Leistung von Schnellademodulen an Kfz nahezu um den Faktor 10. Geplante Veränderungen zum Ausbau der Fahrzeit bestehen gegenwärtig im Einsatz von Akkumulatoren welche über Nacht und Stationär geladen werden können, beziehungsweise in länger anhaltenden Pausen an den Endhaltestellen.

Problemfaktor Anschaffungskosten

Das globale Problem der Elektrobusse liegt viel eher in der „Nicht Verfügbarkeit“ in Serie dieser begründet. Laut BVG ist weltweit kein Konstrukteur in der Lage eine Bestellung von 80 Fahrzeugen auf einen Schlag abzuwickeln.  

Ein Elektrobus kostet „round about“ 600.000 € bis 800.000 € zuzüglich der entsprechend benötigten Ladeinfrastruktur. Das entspricht circa dem dreifachen Preis eines herkömmlichen Dieselbusses. Bei ungefähr 1.200 Bussen im täglichen Einsatz, allein in Berlin, kommen da Kosten auf die Betreiber zu, welche ohne staatliche Subventionen wohl kaum zu stemmen sein werden.

Ausblick in eine mögliche Zukunft

Sehr wahrscheinlich ist, dass die Beschaffungskosten sehr viel günstiger werden. Durch einen Anstieg der Nachfrage wird die Produktion serieller und somit kostengünstiger. Einige Studien besagen, das bereits in 2025 die Elektrovehikle eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu den bestehenden Dieselfahrzeugen sein werden. Um das Jahr 2030 herum sollen sogar schon circa 70% aller Nahverkehrsbusse emissionsfrei und elektrisch betrieben sein.

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