Statistik: Auswirkungen von Corona aufs Radfahren - Länger und weiter

Corona und die Lockdowns hatten deutlich Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten in Europa. Wie eine Auswertung einer Biker-App zeigt, trifft das auch auf die Radfahrer zu.

Statistik: Auswirkungen von Corona aufs Radfahren - Länger und weiter
Seit der Corona-Pandemie sind Radelnde in Europa auf ihren Touren weiter und länger unterwegs Foto: SP-X

Seit der Corona-Pandemie verbringen Radfahrer in Europa mehr Zeit im Sattel und legen dabei weitere Strecken zurück als in der Vor-Corona-Zeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Reiserouten-App Bikemap. Das Wiener Unternehmen hat dabei Durchschnittswerte für zurückgelegte Kilometer, Fahrdauer und Geschwindigkeit von rund 15.000 Nutzern in 38 Ländern Europas in den Zeiträumen Januar 2019 bis März 2020 sowie März 2020 und Mai 2021 analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass im Europa-Schnitt die zurückgelegte Strecke um 19 Prozent sowie die Fahrzeit um 23 Prozent gestiegen ist.

In Deutschland hat sich der Radius der Radfahrer innerhalb dieser beiden Zeitfenster von 14 auf 20 Kilometer erweitert sowie die Fahrzeit von 60 auf 83 Minuten pro Tour verlängert. Gleichzeitig ist dabei das Durchschnittstempo der Radelenden von 15,0 auf 13,7 km/h gesunken. Beim Tempo liegt Deutschland damit im Europavergleich auf Rang zwölf. Zu den schnellsten Radfahrern gehören Estland (15,9 km/h), Island (15,6) sowie Mazedonien, Holland und Belgien mit jeweils 15,4 km/h. Die langsamsten Euro-Radler leben im Kosovo (8,6), Weißrussland (8,8) und Zypern (10,2).

Zyprioten fahren mit nur 4,1 Kilometer die zudem mit Abstand kürzesten Strecken, dahinter folgen Island (6,0), Kosovo (7,9) und Mazedonien (9,3). Besonders weit fahren Radfahrer aus Polen (23,5), Österreich (25,3) sowie Schweden. Allerdings dürften letztere mit 101,7 Kilometer keinen repräsentativen Wert aufweisen. Gleiches trifft auch auf die Verweildauer im Sattel bei Weißrussen mit 190 Minuten zu. Danach kommen Kroaten (143), Rumänen (129) und Dänen mit 126 Minuten. Die wenigste Zeit verbringen Mazedonier mit 43 Minuten im Sattel, gefolgt von Esten (53) und Finnen (56).

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