Test Eura Mobil Van: Auf geht's Richtung Premium-Klasse

11Test Eura Mobil Van: Auf geht's Richtung Premium-Klasse
Eura Mobil Van. Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

Der Markt für Reisemobile schäumt weiter ungebremst über. Auch die Corona-Pandemie kann den Boom nicht stoppen, im Gegenteil. Viele freuen sich auf die ersten Öffnungen der Campingplätze und planen einen Urlaub im Haus auf Rädern. Vor allem Kastenwagen sind gefragt, sie machen mehr als 40 Prozent der Neuzulassungen aus. Eura Mobil, mit seinen Tochtermarken Forster und Karmann Mitglied im potenten Trigano-Konzern, will da nicht weiter ohne passende Angebote dastehen.

Zwar ist Karman Mobil auf diese Spezies konzentriert, siedelt aber eher in den niedrigeren Preissegmenten. Das im rheinhessischen Sprendlingen beheimatete Mutterhaus bläst jetzt zur Attacke in der Premium-Klasse. Drei Vans, alle auf Basis des Fiat Ducato, kommen in diesem Sommer auf den Markt, die Preise beginnen bei 52.900 Euro.

Design und Funktionalität, so Eura-Chef Holger Siebert, haben im Mittelpunkt der Entwicklung gestanden. Das bedeutet außen kräftige Farben und Dekor-Streifen in Karbon-Optik, dazu ein Panoramadach über den drehbaren Sitzen im Fahrerhaus. Innen dominieren helle Cremetöne, Bezüge und Verkleidungen sind teils aus Eco-Leder gefertigt, die Armaturen haben heimische Solidität und die Arbeitsplatte der Küche sowie der Waschtisch im Bad sind aus Mineralstoff geformt. Vielleicht übertrieben ist der Schriftzug der Marke, der bei geöffneter Schiebetür in grellem LED-Licht weithin über den Campingplatz strahlt.

Für Funktion und Komfort hat Eura Mobil tief in die Zubehör-Trickkiste gegriffen. Serienmäßig an Bord sind eine teure und leistungsfähige Lithium-Batterie mit 100 Ah, sowie der Kompressor-Kühlschrank mit 90 Liter Volumen. Die Matratzen der Betten, die sich in allen Versionen im Heck finden, ruhen auf Tellerfedern, alle Dachstaukästen sind innenbeleuchtet und für einwandfreie Luftzirkulation hinterlüftet. Eine Ambientebeleuchtung rahmt das Hebe-Kippdach ein, an allen Lesespots über der Halbdinette oder den Betten finden sich USB-Steckdosen. Das Tageslicht-Bad ist geräumig und modular. Zum Duschen wird die Seitenwand samt Klappwaschbecken einfach um 90 Grad geschwenkt und schützt dann die Kassettentoilette vor Spritzwasser. Die Duschkabine ist mit einer Grundfläche von 60 mal 90 Zentimetern für einen ausgebauten Kastenwagen überdurchschnittlich groß.

Clever ist auch der versenkbare Wasserhahn der Bordküche. Die Abdeckung des Spülbeckens wird aufgeklappt und dient als zusätzliche Anrichtfläche, die Armatur wird aus ihrer Versenkung gezogen. Auch der Tisch der Dinette ist multifunktional. Durch Aufklappen vergrößert sich seine Fläche, ein weiterer Auszug schafft noch mehr Platz, dann können hier auch vier Camper dinieren. Zur Serienausstattung gehört eine verdeckte Leiste auf der Rückseite des Küchenblocks. Bei geöffneter Schiebetür kann die Tischplatte daran eingehängt werden und lässt sich so auch im Freien nutzen.

Drei winterfeste Grundrisse

Winterfest ist der Eura Mobil Van nach DIN EN 1646, seine Gasheizung erwärmt den Innenraum bei minus 15 Grad in vier Stunden auf 20 Grad plus. Dank des Kompressor-Kühlschranks genügen trotzdem zwei Gasflaschen mit nur fünf statt der üblichen elf Kilogramm. Sie stehen in ihrem abgedichteten Schrank unter dem Bett, aber direkt an der Hecktür. So lassen sie sich leicht wechseln.

Drei Grundrisse bietet der Hersteller beim Marktstart an. Der V 595 HB kostet 52.900 Euro und hat auf sechs Metern Fahrzeuglänge ein quer angeordnetes Doppelbett im Heck. Der 6,4 Meter lange 635 EB steht mit 55.950 Euro in der Preisliste und hat stattdessen längs eingebaute Einzelbetten, die sich mit Einlegepolstern verbinden lassen. Beide Liegeflächen können hochgeklappt werden, was den Transport von zwei Fahrrädern im Innenraum erlaubt. Den gleichlangen 635 HB gibt es für 56.490 Euro, er bekommt ein Hubbett, dass elektrisch unter das Dach gefahren werden kann, darunter entsteht genügend Platz, um sogar ein Motorrad oder einen großen Roller mit auf die Reise zu nehmen. Serienmäßig bei allen Varianten sind der 2,3-Liter-Turbodiesel mit 140 PS (103 kW), der auf 90 Liter vergrößerte Treibstofftank und eine manuelle Klimaanlage im Fahrerhaus.

Mit verschiedenen Paketen lässt sich die Ausstattung weiter verfeinern, besonders interessant ist das Mondial-Angebot für 4570 Euro, das nahezu alle Optionen bündelt und zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage mit 100 Wh sowie eine Markise aufs Dach bringt. Dabei sind außerdem die 16-Zoll-Leichtmetallräder und der schwarz lackierte Kühlergrill. Vermutlich werden nicht nur wegen des Preisvorteils etwa 90 Prozent der Van-Kunden das Mondial-Paket bestellen. Immerhin bekommen sie damit für rund 60.000 Euro einen komplett ausgestatteten Camper, der tatsächlich mit funktionalem Design in Richtung Premium-Klasse steuert. (ampnet/mk)

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