Tipps zur Fahrradsicherheit - Selbst ist der Biker

Radfahrer leben durchaus gefährlich. Doch ist nicht nur der ,,böse Autofahrer' daran schuld. Jeder Radfahrer kann viel für seine eigene Sicherheit tun.

Fahrräder und Pedelecs erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Angesichts dieser Entwicklung sind nicht nur Verkehrsplaner gefordert, auch die Radfahrer selbst können einiges für ihre Sicherheit tun. Zu dieser Erkenntnis sind Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats DVR gekommen, die Bikern einige Tipps und Anregungen geben, wie man sich mit größtmöglicher Sicherheit durch den Verkehr strampelt.
 
Bereits der Nachwuchs sollte möglichst früh mit dem Fahrrad starten, rät DVR-Experte Gunnar Fehlau. Radfahren ist eine Kulturtechnik, die geschult werden muss. Je früher man sie lernt, desto besser. Übervorsichtig sollten Eltern dabei nicht sein: ,,Kinder fahren langsam, haben weiche Knochen und eine geringe Fallhöhe", so Fehlau. Am besten beginnen Kleinkinder mit dem Laufrad und sollten dann ohne Stützräder den Wechsel aufs Fahrrad spielerisch meistern. Allerdings: Kinder sollten frühestens mit 8 Jahren alleine fahren, denn vorher sind Motorik und Wahrnehmung meist nicht ausreichend entwickelt. Der Gesetzgeber hat jüngst mit der Erlaubnis, dass auch Eltern begleitend den Fußweg befahren dürfen, nach Ansicht von Fehlau eine kluge Entscheidung getroffen.

Ansonsten bieten sich viele Möglichkeiten für Radfahrer, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Bereits beim Kauf sollte man darauf achten, sich ein möglichst passendes Fahrrad auszusuchen, welches zudem ergonomisch korrekt eingestellt werden muss. Zudem sollte man auf eine optimierte Sicherheitsausstattung achten. Eine gute Lichtanlage, gute Reifen, sichere Bremsen, eine Reflex-Ausstattung und ein Helm können die Sicherheit deutlich erhöhen. Wichtig ist außerdem ein funktionstüchtiger Zustand. Wer nicht selber dafür sorgt, sollte sein Rad regelmäßig in einer Werkstatt checken lassen.
 
Hat man ein gut ausgestattetes und funktionstüchtiges Fahrrad, sollte man sich aber keineswegs in Sicherheit wiegen. Im Gegenteil. Beobachtungen haben zum Beispiel gezeigt, dass Radfahrer, die einen Helm tragen, von Autofahrern enger umfahren werden. Deshalb sollten Radfahrer ihr Bewusstsein für die eigene Situation, das eigene Handeln und für Gefahren schärfen. Vieles sollte man als Radfahrer antizipieren. Wichtig ist auch eine für andere berechenbare und eindeutige Fahrweise. Zum Beispiel sollte man nicht dezent am Rand fahren. Außerdem ist es wichtig, das Fahrrad in kniffeligen Situationen zu beherrschen. Wie nimmt man einen Bordstein, wie kreuzt man Schienen? Auch eine clevere Streckenwahl kann helfen. Am besten fährt man dort, wo keine Autos unterwegs sind.

Die wachsende Zahl der Pedelecs bringt noch eigene Probleme mit sich. Vor allem das höhere Geschwindigkeitsniveau sorgt für neue Gefahren. Wer mit eingebautem Rückenwind unterwegs ist, sollte sich immer bewusst sein, dass man für manchen Autofahrer überraschend schnell ist. Auch sollte man als Pedelec-Fahrer mit den Kräften umgehen lernen. Beim Losfahren sollte man zum Beispiel etwas vorsichtig in die Pedale treten, sonst könnte Ungeübten der plötzlich einsetzende Zusatzschwung überraschen. Vor allem ist es wichtig, nicht mit eingeschlagenem Lenkrad loszufahren, denn der heftig einsetzende Schub könnte dann beim Losfahren Probleme bereiten. Beim Kauf empfehlen Experten des DVR übrigens Pedelecs mit Tretlagermotor. Hier liegt der Schwerpunkt etwas tiefer und bietet das Fahrrad damit bessere Handlingeigenschaften.

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