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Die FIA will das Reglement der Formel 1 für 2021 anpassen, um Kopien zu verhindern

Reverse Ingeneering sorgt aktuell für große Diskussionen im Formel 1-Zirkus. Da es um das Kopieren von Fahrzeugteilen anderer Teams geht, wird auch von „Copygate“ gesprochen.

Die FIA will das Reglement der Formel 1 für 2021 anpassen, um Kopien zu verhindern
@ randomwinner (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Diskussion über das Abkupfern von einzelnen Teilen anderer Teams wurde von Renault losgetreten. Die Franzosen hatten mehrmals Beschwerde gegen das Racing Point eingelegt. Um zu verhindern, dass Teams einen Großteil des Autos bei der Konkurrenz abschauen, wurde eine „Anti-Kopierregel“ in das Reglement für 2021 aufgenommen.

Laut Ansichten von Renault habe Racing Point gegen die Regeln gehandelt und Teile ihres Fahrzeugs nach dem Vorbild des dominierenden Vorjahresmercedes konstruiert. Besonders auffällig sind die Bremsschächte des Racing Point. Sie sehen wie eine exakte Kopie derer des Mercedes von 2019 aus. Da eines der Hauptmerkmale der Formel 1 die Eigenständigkeit der Teams ist und es in den Statuten vorgesehen ist, dass jedes Formel 1-Team sein eigenes Chassis entwirft, würde das Zulassen exakter Nachbauten, der Rennserie die Seele nehmen.

Nach der Untersuchung des aktuellen Formel 1-Boliden und deren Bremsschächte wurde festgestellt, dass sich es wahrscheinlich um eine Kopie handele und Racing Point bestraft. Der Renner, der einfach RP20 getauft wurde, ist aber nicht illegal. Racing Point wurden wegen der nachgebauten Teile 15 Punkte in der Konstrukteurs-WM-Wertung abgezogen. Zudem muss das Team 400.000 Euro zahlen und erhält für jedes Rennen, in dem er die Teile einsetzt, eine Verwarnung, die aber ohne Konsequenzen bleibt.

Grund für das milde Urteil ist eine Regeländerung zwischen den Saisons. Während 2019 Bremsschächte noch Teile waren, die bei einem Mitbewerber eingekauft werden durften, gehören diese seit 2020 zu den gelisteten Teilen, die jedes Formel 1-Team selber konstruieren muss. Da Racing Pont einräumte, die Baupläne der Mercedes-Bremsschächte erst Anfang Januar erhalten zu haben, räumt das Team mit diesem Eingeständnis einen Regelbruch ein. Da in der Verhandlung einige Punkte aufkamen, die man als mildernde Umstände anführen kann, wurde Racing Point nicht härter bestraft.

Wegen der Unklarheiten im FIA-Reglement wurde dies noch mal verschärft und präzisiert. Für die kommenden Entwicklungsphasen ist nun klar, welche Teile zu den gelisteten gehören und welche nicht. Da diese Unklarheiten um die Legalität des RP20 ausgeräumt sind, können sich die Teams nun wieder voll auf die zweite Saisonhälfte konzentrieren. Im Weltmeisterrennen wird aber wohl keine Spannung aufkommen. Lewis Hamilton führt die WM-Wertung souverän an und gilt auch als Topfavorit für die nächsten Rennen.

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