Technologie & Verkehr

Straßburg verhindert klimafreundliche Alternativen

Straßburg verhindert klimafreundliche Alternativen
Straßburg verhindert klimafreundliche Alternativen

Das Europäische Parlament hat sich nicht nur für ein Verbot des Verbrennungsmotor ausgesprochen, sondern auch einen Technologiemix für einen klimaneutralen Straßenverkehr abgelehnt. Ein ebenfalls am Mittwoch behandelter Änderungsantrag, der vorsah, die CO2-Einsparungen durch nachhaltige erneuerbare Kraftstoffe auf die Flottenziele für Neuwagen anzurechnen, scheiterte an nur 44 Stimmen. Wäre er angenommen worden, hätte dies den Verbrauchern eine klimafreundliche Alternative zu Autos mit fossilen Kraftstoffen geboten.

In Politiker-Statements nach der Plenarsitzung war als Begründung zu hören, man wolle der Industrie keinen Ausweg aufzeigen. Sie sei doch erklärtermaßen längst auf dem Weg zur Elektromobilität. Doch Experten außerhalb des Parlaments sind sich einig, für den beschleunigten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen werden zum Erreichen neben der E-Mobilität alle klimafreundlichen Alternativen gebraucht. So erklärte heute Monika Griefahn, Sprecherin der eFuel Alliance: ,,Emissionen reduzieren, nicht klimafreundliche Optionen verbieten - das sollte das Leitprinzip der europäischen Klimapolitik sein. Leider haben sich viele Abgeordnete des Europäischen Parlaments für genau das Gegenteil entschieden und die Schlüsselrolle, die nachhaltige erneuerbare Kraftstoffe wie e-Fuels bei der Reduzierung von Verkehrsemissionen spielen können, schlichtweg ignoriert."

Anstatt Klimaschutztechnologien gegeneinander auszuspielen, müsse man sich auf den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Kraftstoffe konzentrieren, erklärte Griefahn. ,,Ein freiwilliges Anrechnungssystem, bei dem CO2-Emissionseinsparungen durch erneuerbare Kraftstoffe auf die EU-Flottenziele für Neufahrzeuge anrechnet werden, hätte einen Technologiemix klimafreundlicher Lösungen ermöglicht, der die europäischen Elektrifizierungsbemühungen ergänzen könnte." Dies würde gleichzeitig die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, sagte Griefahn. (aum)

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