Norton Atlas und Atlas GT - Kurs auf neue Horizonte
SP-X/Solihull. Die Traditionsmarke Norton bereitet den Neustart mit zwei komplett neuen Modellfamilien vor. Neben
Die vier Versionen der BMW K 1600 mit ihrem Sechszylindermotor bieten Motorradfahrern einen Mix aus Souveränität und Agilität, der seinesgleichen sucht. Eine kleine Schwäche bleibt.
Seit 2011 ist die K 1600 als Modell GT erhältlich, zudem als noch komfortablere GTL-Version mit mächtigem Topcase. 2017 kamen zwei weitere Versionen dazu, die K 1600 B im aus den USA bekannten Baggerstyle und die von dieser abgeleitete, üppig herausgeputzte Version Grand America. Gut 68.000 Einheiten wurden seit 2011 in alle Welt verkauft. Alle vier Versionen wurden für die Saison 2022 intensiv modellgepflegt. Auf vier wichtige Bereiche konzentrierte sich der Großteil der Modellpflegemaßnahmen: Motor, Cockpit, Scheinwerferanlage und Audioanlage. Das nachfolgend am Beispiel der K 1600 GT Beschriebene gilt unterschiedslos auch für die drei anderen Ausführungen der K 1600.
Der 1,6 Liter-Reihenmotor mit seinen sechs Zylindern wurde einer Euro5-Überarbeitung unterzogen. Eine neue Motorsteuerung nebst Abgasanlage mit doppelten Katalysatoren und Lamdasonden führen nicht nur zu besser gesäuberten Abgasen, sondern sogar zu mehr Leistung. Das Drehmoment steigt von 175 auf 180 Nm bei unverändert 5.250 U/min, die Spitzenleistung von unverändert 118 kW/160 PS stellt sich neuerdings schon bei 6.750 Touren statt zuvor derer 7.750 ein. In der Praxis bedeutet das ein besseres Durchzugsvermögen; bei Bedarf schnellt die 1600er beim Gasgeben nach vorne, dass die Fahrerarme sich spontan längen. Zurückschalten ist meist nicht erforderlich, außer ein Überholvorgang muss mal auf besonders kurzer Strecke absolviert werden. Über Land lässt sich so gut wie alles im sechsten Gang erledigen, auf Bergstrecken wird Stufe vier am häufigsten genutzt. Damit wird der gesamte Bereich von ca. 35 bis 120 km/h abgedeckt. Das zumeist niedrige Drehzahlniveau schlägt sich in einem Benzinverbrauch von durchschnittlich 6,1 Litern pro 100 Kilometer nieder, wobei niemals Bummeltempo angesagt war. Der Normverbrauch von 5,9 Litern ist also realistisch.
Einen großen Fortschritt stellt die neue Kommandozentrale im Cockpit dar; das 10,25 Zoll große TFT-Display - seit einem Jahr im Boxer-Luxustourer R 1250 RT installiert - überzeugt auch in der GT auf ganzer Linie. Die Darstellungsoptionen sind vielfältig, die Ablesbarkeit aller Informationen ist tadellos. Selbstverständlich beherrscht das System alle Spielarten der Konnektivität. Das System mit seiner Vielzahl an Bedienungsmöglichkeiten (Navigation, Audio, Kommunikation, Fahrzeugeinstellungen) erscheint logisch strukturiert, was das Erlernen wichtiger Bedienungsschritte unkompliziert macht. Die vier seitlich installierten Funktionstasten lassen sich individuell belegen, sodass man beispielsweise direkten Zugriff auf die Griffheizung haben kann. Es steckt viel ,,Hirnschmalz" in der Umsetzung: So ist das verriegelbare Handy-Fach nicht nur mit Steckdose ausgerüstet, sondern auch spitzwassergeschützt und stets gekühlt, um einer eventuellen Überhitzung vorzubeugen.
Einen Fortschritt gibt es auch bei den Fahrwerkseinstellungen: Die jüngste Version des semiaktiven Dämpfungssystems Dynamic ESA beherrscht nun zusätzlich die automatische Nivellierung bei wechselnder Zuladung. Die drei Fahrmodi (Rain, Road, Dynamik) sind mit jeweils einer Grundeinstellung verbunden, doch kann der Fahrer problemlos die spontane Gasannahme des Motors (,,Dynamic") mit der komfortabelsten Dämpfung kombinieren.
Dass beste Sicht beim Motorradfahren das Allerwichtigste ist, setzen wir mal als bekannt voraus. Der neue LED-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht übertrifft sogar den als vorbildlich geltenden Vorgänger, den weltweit einzigartigen Xenon-Scheinwerfer. Der konnte optional das Licht in einem Winkel von 24 Grad um die Ecke schicken. Das neue, jetzt serienmäßige System schafft beim Abblendlicht sogar 36 Grad und weist zudem eine noch größere Lichtfülle auf. Selbst dem herausragenden System der BMW R 1250 RT ist das Licht der 1600er überlegen, weil die Entwickler zusätzliche LEDs installiert haben, um einen neuen Standard zu erreichen.
Sehr gut gelungen ist zudem die Überarbeitung des Audiosystems. Es benötigt keine sichtbare Antenne mehr und empfängt auch DAB+ Sender. Verschiedene Klangprofile sind hinterlegt, zudem bietet das System ein sehr breites Leistungsspektrum, sodass auch bei hohen Geschwindigkeiten ein störungsfreier Radioempfang bzw. Musikgenuss möglich ist.
Einzig einen schon bisher diese Modelle kennzeichnenden Schönheitsfehler vermochte BMW auch elf Jahre nach der Präsentation der K 1600 GT/GTL nicht abzustellen: die vernehmliche Geräuschentwicklung des Sechsganggetriebes beim Gangwechsel in den unteren Gängen. Ach ja, und zwei ,,Nice-to-haves" bleibt BMW seinen anspruchsvollen Kunden nach wie vor schuldig: Weder gibt es bei Dunkelheit hinterleuchtete Lenkerschalter noch eine radarbasierte Geschwindigkeitsregelung.
Mehr Wert denn je legt BMW auf die Individualisierungsmöglichkeiten mit dem Programm ,,Option 719". Sowohl die K 1600 B als auch deren Schwester Grand America sind als ,,Midnight"-Variante lieferbar; der aufwendige Speziallack zeigt ein funkelndes Firmament und erfordert einen Mehrpreis von rund 2.400 Euro.
Aber auch ohne dieses Schmankerl kostet solch luxuriöser Motorradspaß nicht wenig. Die GT-Version ist ab 25.950 Euro zu haben, der Bagger ab 26.000 Euro, die GTL - mit Topcase und Audioanlage - ab 27.950 Euro und die Grand America ab 29.385 Euro.
Technische Daten - BMW K 1600 GT (andere Versionen in Klammern)
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Reihenmotor, quer eingebaut, 1649 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, DOHC, 118 kW/160 PS bei 6.750 U/min., 180 Nm bei 5.250 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kardan.
Fahrwerk: Mehrteiliger Aluminiumgussrahmen, Doppellängslenker-Vorderradführung, 11,5 cm Federweg; Aluminiumguss-Einarmschwinge hinten, Zentralfederbein, 13,5 cm Federweg; semiaktive Federung/Dämpfung (BMW Dynamic ESA); Leichtmetallgussräder; Reifen vorne 120/70 R 17, hinten 190/55 R 17; 32 cm Doppelscheibenbremse vorne, 32 cm Einscheibenbremse hinten.
Assistenzsysteme: Schräglagenfähiges Teilintegral-ABS, dyn. Traktionskontrolle, adapt. Kurvenlicht, Tempomat, Motorschleppmoment-Regelung.
Maße, Gewichte und Verbrauch: Radstand 1,618 m, Sitzhöhe 81/83 (GTL, B u. GA 75) cm; Gewicht fahrfertig 343 (GTL 358, B 344, GA 370) kg. Tankinhalt 26,5 l, Normverbrauch 5,9 l/100 km, Testverbrauch 6,1 l/100 km, Reichweite ca. 400 km.
Preise: GT ab 25.950 Euro, GTL ab 27.950 Euro, B ab 26.000 Euro, Grand America ab 29.385 Euro.
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