Roboter für nachhaltige Landwirtschaft - Autonome Killer-Maschinen auf dem Acker

Pestizide machen Felder ertragreicher, doch sind die Kollateralschäden der Chemo-Keule gewaltig. Für Abhilfe sollen autonome Maschinen sorgen. In England ist man der Agrar-Zukunft bereits auf der Spur.

Roboter für nachhaltige Landwirtschaft - Autonome Killer-Maschinen auf dem Acker
Die Roboter Tom und Dick (rechts) könnten den Ackerbau in den kommenden Jahren revolutionieren Foto: Small Robot Company

Während auf den Straßen das autonome Fahren noch auf sich warten lässt, ist man auf den Feldern schon einen Schritt weiter. Damit die Landwirtschaft in Zukunft ertragreicher sowie gleichzeitig durch den Verzicht auf chemische Unkrautvernichter nachhaltiger wird, sollen bald schon Armeen von autonomen Robotern über die Felder stromern. Sie sollen nicht nur den Zustand von Feld und Pflanzen analysieren, sondern außerdem gezielt unerwünschtes Kraut abtöten und sogar gegen schädliche Tiere wie Schnecken vorgehen. Einen ersten Schritt in Richtung kommerziellen Serieneinsatz hat nun die britische Firma Small Robot Company mit dem seriennahen Überwachungsroboter Tom sowie dem Unkraut-Vernichter Dick gemacht.

Mit Hilfe von Kameras und einer Spektralanalyse scannt Tom die Ackerkulturen und identifiziert Unkraut. Die Daten werden von einer mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Software ausgewertet, die dann auf Basis dieser Analyse einen Unkrautbehandlungsplan erstellt. In einem weiteren Schritt geht der elektrisch angetriebene und mit Selbstfahrtechnik gerüstete Unkrautvernichtungsroboter Dick auf das Feld, um die als unerwünscht identifizierten Gewächse mit einer Elektrode und einer Strominjektion mit 8.000 Volt abzutöten. Anschließend ist die Pflanze verbrannt. Der Dick-Prototyp verfügt über drei solcher Elektrodenarme und außerdem über KI und Sensoren, die es ihm erlauben, Unkraut in Echtzeit zu erkennen und auch autonom Maßnahmen zu dessen Vernichtung zu ergreifen. Während Tom bereits dieses Jahr in Feldversuchen mit kommerziellen Spezifikationen zum Einsatz kommt, handelt es bei Dick noch um einen Prototypen.

Bis 2023 soll Tom in mehr als 100 Betrieben zum Einsatz kommen. Der für eine ganzjährige Nutzung ausgelegte Roboter deckt pro Tag 20 Hektar ab und sammelt in einer 8-Stunden-Schicht mehrere Terabyte an Daten. Auf einem Feld mit 6 Hektar hat Tom 12,7 Millionen Pflanzen registriert und 250.000 als Unkraut identifiziert. Künftig könnte der er mit Hilfe von LED-Leuchten auch während der Dunkelheit seine Sucharbeit verrichten. Wann genau Dick im großen Stil die Felder von Unkraut befreit, hat die Small Robot Company noch nicht verraten.

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