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27 Tote: Unfälle mit E-Scootern nehmen zu

27 Tote: Unfälle mit E-Scootern nehmen zu
E-Scooter. Photo: HUK-Coburg via Autoren-Union Mobilität

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2024 registrierte die Polizei in Deutschland 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Das sind über ein Viertel (26,7 Prozent) mehr als im Jahr davor (9425 Unfälle). Dabei kamen insgesamt 27 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Die Zahl der Todesopfer ist damit gegenüber 2023 ebenfalls gestiegen, damals starben 22 Menschen bei E-Scooter-Unfällen. 1513 Menschen wurden schwer verletzt und 11.433 leicht.

84 Prozent der Verunglückten waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch alle 27 Todesopfer. Zudem waren 508 (4,7 %) der Verunglückten auf einem E-Scooter unerlaubte Mitfahrer. 2023 waren es nur 328 (3,9 %) gewesen. Insgesamt spielen E-Scooter mit einem Anteil von 4,1 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden aber eine vergleichsweise geringe Rolle. Allerdings stieg der Anteil gegenüber dem Vorjahr (3,2 %). Zum Vergleich: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr deutschlandweit rund 93.279 Unfälle mit Personenschaden, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Das entspricht einer Quote von 32,1 Prozent. 445 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 13.919 wurden schwer verletzt, 79.242 leicht.



Junge Menschen sind besonders häufig in E-Scooter-Unfälle verwickelt. Fast die Hälfte war jünger als 25 Jahre. Dagegen gehörten nur 3,3 Prozent der Altersgruppe 65 Jahre und älter an. Bei Fahrrad- oder Pedelecunfällen verteilt sich der Anteil nahezu gleich auf beide Altersschichten. Ein Grund für die Unterschiede dürfte sein, dass jüngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als ältere.



Häufigstes Fehlverhalten der E-Scooter-Nutzer war mit einem Anteil vom 21,2 Prozent die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Kick-Roller gehören, so weit vorhanden, auf den Fahrradweg oder Fahrradschutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahn oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Bei gut jedem achten Unfall war Alkohol mit im Spiel. Das ist deutlich mehr als bei Fahrrad- oder Kleinkraftradfahrern (bis 45 km/h). Nicht angepasste Geschwindigkeit war die dritthäufigste Unfallursache, danach folgt die Missachtung der Vorfahrt.



Bei einem Drittel der Unfälle war keine weitere Person beteiligt. 14 der 27 tödlich Verunglückten auf E-Scootern kamen bei diesen so genannten Alleinunfällen ums Leben. An etwas weniger als der Hälfte der Unfällen mit Personenschaden waren Autofahrer beteiligt, wobei sieben der verunglückten E-Scooterfahrer starben. 1140 Unfälle (14,3 %) erfolgten mit Radfahrern, bei denen sich aber aber nur 4,7 Prozent der verunglückten Scooternutzer verletzten.



Bei Unfällen mit zwei Beteiligten trug zu 47,6 Prozent der E-Scooterfahrer die Hauptschuld. Hier zeigt sich aber je nach Unfallgegner ein differenziertes Bild. Bei den 5302 Zusammenstößen mit einem Pkw war der Rollerfahrer nur in 35,2 Prozent der Fälle Hauptverursacher. Bei Unfällen mit Fahrradfahrenden (1140) waren es hingegen 72,7 Prozent und bei Unfällen mit Fußgängerbeteiligung (869) sogar fast 88 Prozent. (aum)



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