Wie funktioniert eigentlich? - Der elektrische Fensterheber

Vor rund 80 Jahren kamen im Auto die ersten elektrischen Fensterheber zum Einsatz. Heute sind sie auch als Kleinwagen kaum mehr wegzudenken.

Wie funktioniert eigentlich? - Der elektrische Fensterheber
Motor und Steuerung eines elektrischen Fensterhebers Foto: Brose

Das Fenster runterkurbeln – eine Tätigkeit, die man heute fast nur noch aus älteren Gebrauchtwagen kennt. Selbst in Kleinwagen haben sich motorisierte Heber durchgesetzt, die dem Menschen das Drehen an der kleinen Kurbel abnehmen. Die Mechanik hinter der Türverkleidung hat sich grundsätzlich aber nur wenig verändert.

Warum sich elektrische Fensterheber durchgesetzt haben, liegt auf der Hand. Wer an die Parkhausschranke oder das Mauthäuschen fährt, muss nur kurz auf das Knöpfchen drücken – und das Fenster fährt runter und anschließend wieder hoch. Zumindest, wenn die sogenannte Komfortschaltung zumindest am Fahrerfenster an Bord ist. Auf den anderen Plätzen muss in manchen Fällen der Schalter noch gehalten werden, bis die Scheibe komplett heruntergefahren ist.

Ob nun manuell oder motorisiert gekurbelt wird: immer ist eine versteckte Mechanik im Spiel, die es in drei Grundvarianten gibt. Am häufigsten zu finden ist das Seilsystem. Dabei bewegt ein Elektromotor eine Seiltrommel, an der die beiden Enden eines Stahlseils befestigt sind. Dreht sich die Trommel, wird das eine Ende ab- und das andere aufgewickelt. Das Seilt zieht dabei das Fenster über einen Bowdenzug und Umlenkrollen in seiner Führungsschiene herauf beziehungsweise herab. Heute kommen zumindest an den vorderen Fenstern meist Systeme mit zwei Führungsschienen zum Einsatz, was als doppelt geführter Seilfensterheber bezeichnet wird.

Heute seltener zu finden ist das Scherensystem. Dabei ist das Fenster auf einer Schiene befestigt, unter der sich zwei scherenförmig angeordnete Arme befinden. Wird die „Schere“ zusammengedrückt, fährt das Fenster hoch, öffnet sie sich, fährt es runter. Die Technik benötigt relativ viel Platz und funktioniert nicht so geschmeidig. In das Seilsystem lässt sich zudem über eine flexible Lagerung der Umlenkrollen eine Federung realisieren. Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Systemen gibt es auch beim Motor. Höherwertige Modelle bieten ein besonders gleichmäßiges Laufgeräusch, reduzierte Anschlaggeräusche sowie einen sanften Anlauf und sanftes Abbremsen.

Weitgehend internationaler Standard ist ein Einklemmschutz. Einfachere Systeme nutzen dafür eine Kupplung, die sich bei einem definierten Widerstand an der Scheibe öffnet - und so im Idealfall Verletzungen, vor allem an Fingern du Hand, verhindert. Heute wird der Schutz meist durch Sensoren am Elektromotor realisiert, die die Ist- und Soll-Werte der Fensterposition vergleichen. Stößt die Scheibe auf Widerstand, wird ihre Bewegung nicht nur gestoppt, sondern meist auch umgekehrt.

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