Tanken wieder etwas teurer
Gegenüber der Vorwoche haben sich die Preise an den Zapfsäulen weiter nach oben bewegt. Nach aktueller Auswertung
Der Sommer ist die leichte und manchmal auch leichtlebige Jahreszeit. Warum also nicht mal ein wenig der eigenen Kindheit nachspüren? Das geht kaum besser als in Småland, der Heimat von Pippi, von Michel, Kalle Blomquist und Lasse. Jetzt wissen Sie aber spätestens, auf welchen Spuren wir gewandelt sind. Oder?
Unterwege mit einem Volvo XC60 durch Smaland: In dieser schwedischen Provinz wurde Schwedens berühmteste Schriftstellerin Astrid Lindgren geboren, viele ihrer Geschichten spielen in den kleinen Dörfern dieser Gegend Foto: Volvo
Wenn die Tage im späten Frühling endlich wieder länger werden und die Natur erwacht, wird Schweden für einige Monate zum beliebten Touristenziel. Vor allem deutsche Urlauber, darunter viele junge Familien, reisen in die freundlichen südlicheren Gefilde. Småland, im Südosten des Landes, zieht dabei besonders viele Besucher an - und das nicht nur wegen der herrlichen Landschaft.
Denn in dieser historischen Provinz ist Schwedens berühmteste Schriftstellerin Astrid Lindgren geboren, viele ihrer Geschichten spielen in den kleinen Dörfern dieser Gegend; die eigene Familie, die gemeinsamen Spiele und die Menschen aus ihrem Umfeld inspirierten sie zu den millionenfach aufgelegten Geschichten um Pippi Langstrumpf, den Meisterdetektiv Kalle Blomquist und vielen anderen unvergesslichen kleinen Helden mehr.
Sich auf deren Spuren zu begeben, heißt natürlich zuallererst eine Route zu planen und sich ein Auto zu besorgen. Denn zu den kleinen, weit überwiegend abgelegenen Schauplätzen der Bücher und Filme kommt man meist weder mit Bahn noch Bus. So wie die meisten Besucher für eine Tour durch die USA unbedingt einen Leihwagen von ur-amerikanischen Marken mieten, müssen wir bei unserem Besuch Smålands ebenfalls nicht lange überlegen: Uns soll natürlich ein Volvo begleiten. Mit ihm wollen wir uns wie Einheimische durch die schwedische Landschaft bewegen. Das heißt vor allem: Nicht wie zuhause zu fahren, sondern sich relativ penibel an die strengen schwedischen Tempolimits zu halten. Denn auf vielen, selbst den recht gut ausgebauten und leeren Landstraßen heißt es oft: Tempo 70. Und in Städten, wo allgemein Tempo 50 gilt, wird das Limit mindestens im Zentrum meist auf 30 km/h runtergesetzt.
Egal - wir wollen Land und Leute genießen. Und ein wenig auch in eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen. Denn hier in Småland lebte schließlich Pippi Langstrumpf schon einige Zeit vor Beginn der Emanzipationsbewegung ihr selbstbestimmtes Leben, träumten wir uns als junge Leser in die Kindergemeinschaft von Bullerbü hinein und bemitleideten Michel aus Lönneberga, wenn er mal wieder für einen Streich im Schuppen eingesperrt wurde.
Die Reise beginnt in Kalmar an der Ostküste - gleich gegenüber der Insel Öland - wohin die Lufthansa tatsächlich einen Direktflug von Frankfurt aus anbietet. Dort nehmen wir unseren Volvo in Empfang, das Mittelklasse SUV XC60, und machen uns gleich auf für eine Reise durch unser Kindheitswunderland.
Erstes Ziel ist Vimmerby nördlich von Kalmar und im Landesinneren gelegen. Mit dem Auto sind es auf kürzestem Weg rund 140 Kilometer oder zwei Stunden. Aber nicht für uns. Unsere Route führt uns zunächst nach Westen in die kleine Stadt Kosta, bekannt durch Glasbläserei, die dort seit Ende des 18. Jahrhunderts betrieben wird. Die spielt - soweit wir uns erinnern - zwar in keinem der Bücher Astrid Lindgrens eine Rolle, dafür gibt es eine Beziehung zu Volvo, die wir mit unserem kurzen Besuch würdigen wollen. Denn unter anderem hier wird für die teureren Modelle der Marke der ,,Wählhebel" des Automatikgetriebes hergestellt - und dies ziemlich aufwendig. Denn der kleine Hebel ist aus Kristall und wird mundgeblasen. An dieser Stelle ist zu hoffen, dass Fahrer etwa eines XC90 diesen Aufwand zu würdigen wissen, wenn sie von P auf D und wieder zurückschalten.
Natürlich werden in der Glasbläserei auch typische Produkte hergestellt, oder müsste man ,,geblasen" sagen, vor allem Vasen, Gläser und Dekogegenstände. Das ist zwar ebenfalls interessant, doch jetzt geht es endgültig Richtung Vimmerby. Allerdings erneut nicht auf direktem Weg, vielmehr meiden wir nach Möglichkeit die kleinen Landstraßen und wählen, wenn immer es geht, nicht asphaltierte Wege dazwischen. Die führen uns kreuz und quer durchs Land, wir nähern uns der Geburtsstadt Astrid Lindgrens im Zick-Zack. Das ist deutlich langsamer, aber macht viel mehr Spaß. Wir müssen jedoch immer aufpassen: Die Schotterstraßen wirken zwar teilweise wir Privatwege, sind aber tatsächlich öffentlich. Das heißt, zu jedem Zeitpunkt kann uns ein Fahrzeug entgegenkommen. Ein echtes Problem ist das jedoch nicht. Zum einen, weil unser allradgetriebener XC60 auch in den manchmal fast seifigen Kurven immer sauber die Spur hält und zum anderen, weil uns Gegen- oder vorrausfahrender Verkehr über meterhohe Staubwolken immer rechtzeitig angekündigt wird.
So erreichen wir am Nachmittag die kleine Stadt Vimmerby, die durch ihre große Tochter weltweite Bekanntheit erlangt hat. Auf dem Marktplatz sitzt sie heute noch, in einem kleinen, offenen Raum an ihrer Schreibmaschine und scheint sich so wie zu ihren Lebzeiten um den ganzen Trubel nicht zu kümmern.
Verglichen mit ihrer Jugend in den 10er- und 20er- Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich Vimmerby deutlich ausgedehnt, so dass der Hof ihrer Kindheit heute am Rand der Stadt liegt. Näs, so heißt die Ansammlung von Häusern, die wir am nächsten Morgen besuchen, ist heute ein Museum, das seinen Besuchern das nicht immer leichte Leben Lindgrens auf informative und teils berührende Weise nahebringt. Vor allem aber lernen wir, wie intensiv die eigene, glückliche Kindheit ihre Schriften beeinflusst und inspiriert hat, die die Schriftstellerin einst mit den Begriffen ,,Geborgenheit und Freiheit" beschrieb.
Viel deutlicher als an diesem realen, aber doch auch seltsam musealen Platz wird für uns die Welt Astrid Lindgrens an unserer nächsten Station. Einige Kilometer westlich von Vimmersby liegt Sevedstorp, eine Ansammlung von Häusern in drei eng beieinander liegenden Höfen, wie es sie in dieser Ecke Schwedens zuhauf gibt. Das Besondere an dieser Hofschaft ist etwas anderes: Wir sind hier in Bullerbü, zumindest für Astrid Lindgren. Sie kannte den Ort aus einem Buch ihres Vaters Samuel August Eriksson, der im Mittelhof seine Kindheit verbrauchte und die Erinnerungen daran später aufschrieb. Lindgren verwendete diese Aufzeichnungen für ihr Buch ,,Wir Kinder aus Bullerbü" mit ihren berühmten Protagonisten Lasse, Bosse und Lisa.
Und tatsächlich, die drei Mini-Höfe liegen wirklich exakt so, wie es die Schriftstellerin im Buch beschreibt. Und nicht nur das: Als wir unseren Volvo an der eigentlich unscheinbaren Häuseransammlung parken, ist außer uns niemand zu sehen und der Himmel so kitschig-wolkenfrei-blau, wie es kein Drehbuchautor zu schreiben gewagt hätte. Die kleinen roten Holzhäuser stehen inmitten saftig grüner Wiesen, Vögel zwitschern, Bienen summen. Lindgren beschrieb Bullerbü als ,,kleinstes Paradies auf Erden". In diesem Moment wollen wir es gerne glauben. Kein Wunder, dass man das Mini-Dorf dann konsequenterweise auch gleich als Drehort für die Bullerbü-Filme genommen hat, die 1986 und 1987 hier gedreht wurden.
Småland hat nur etwa 750.000 Einwohner ist aber etwa so groß wie Brandenburg, also recht dünn besiedelt. Die wichtigsten Orte des Lindgren-Universums sind allerdings trotzdem nicht weit auseinander. Wenige Kilometer westlich von ,,Bullerbü" liegt Mariannelund, mit etwa 1.500 Einwohnern ein kleines Dorf, aber in der Umgebung mit weiteren, für unsere Mission interessanten Sehenswürdigkeiten gesegnet.
Einer davon ist, neben Bullerbü, ein weiterer Ort, der als Kulisse für einen Film diente. Der Katthult-Hof, nördlicher gelegen und einer von vier Bauernhöfen des Dorfes Gibberyd, war Schauplatz der Verfilmungen um Michel (im Original: Emil) aus Lönneberga, das selbst wiederum nur wenige Kilometer südlich von Mariannelund liegt. Auf Katthult tauchte 1970 ein Filmteam auf und fragte nach der Dreherlaubnis. Der Rest ist Geschichte. Heute öffnen die Nachkommen der damaligen Besitzerin im Sommer jeweils für neun Wochen den Hof für Besucher. Rund 70.000 finden ihn jede Saison, obwohl kein Schild den Weg dorthin weist.
Auch die letzte Station unserer Reminiszenz-Reise liegt am Rande von Mariannelund. Das Filmdorf Småland bietet sich als idealer Ausflugsort für Familien an. Neben einem für Kinder konzipierten Abenteuerwald beeindruckt vor allem das Museum mit vielen Original-Requisiten aus Pippi-Langstrumpf- und anderen Verfilmungen und originellen Möglichkeiten zur Interaktion. Wie beliebt die Werke Lindgrens gerade bei uns waren und sind, zeigt eine Zahl: Rund 70 Prozent aller Besucher, die den Weg hierhin finden, kommen aus Deutschland.
Genug der Kinderträume. Am nächsten Morgen geht es zurück ins reale Leben. Passenderweise ändert sich die Sommer-sorglos-Atmosphäre der letzten Tage auf dem Weg Richtung Westen zum Flughafen Göteborg. Auf den Landstraßen und Autobahnen wird es mit jedem Kilometer voller, es fängt es an zu regnen und die Landschaft wirkt zunehmen industrieller. Bullerbü ist offensichtlich nicht überall in Schweden. Egal, es bleibt auf jeden Fall in unseren Herzen.
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