D-Segment

Alfa Romeo CEO Jean-Philippe Imparato im Interview

Alfa Romeo CEO Jean-Philippe Imparato kommt ursprünglich aus dem französischen Automobilkonzern 'Groupe PSA'. Im Interview erläutert er den aktuellen Stand und die zukünftigen Pläne seitens Alfa Romeo als Premium-Marke im Stellantis Konzern.

Alfa Romeo CEO Jean-Philippe Imparato im Interview
mid Rüsselsheim - Jean-Philippe Imparato mit dem Alfa Romeo 33 Stradale. Alfa Romeo / Stellantis


Alfa Romeo Brand CEO Jean-Philippe Imparato kommt ursprünglich aus dem französischen Automobilkonzern "Groupe PSA". Zu diesem gehörten die Marken Citroen, DS, Opel, Peugeot und Vauxhall. Der Top-Manager kann auf eine über 30-jährige Karriere im Automobilbereich zurückblicken. Im Interview erläutert er den aktuellen Stand und die zukünftigen Pläne seitens Alfa Romeo als Premium-Marke im Stellantis Konzern.

Mit der Gründung des Mutterkonzerns Stellantis kamen zu den PSA-Marken noch Abarth, Chrysler, Dodge, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, RAM, Free2move, Leasys und natürlich Alfa Romeo dazu. Letztere verantwortet Jean-Philippe Imparato seit 2021 als Brand CEO.

Nachdem es einige Zeit bei Alfa Romeo in den Zahlen nicht sehr rosig aussah, erfährt die Marke einen neuen Aufschwung. 2023 stiegen die globalen Verkaufszahlen um 30 Prozent verglichen mit dem Vorjahr, in Deutschland sogar um ganze 70 Prozent. Einen großen Teil dazu beigetragen hat das beliebte SUV Alfa Romeo Tonale.

Mit der 2021 vorgestellten Produktstrategie liege man genau im Plan: es wird jedes Jahr ein Alfa Romeo Produkt erscheinen, im Fokus liege hierbei ganz klar die Qualität der Fahrzeuge. Im Premiumsegment, zu dem sich Alfa Romeo im Stellantis Konzern neben DS Automobiles und Lancia zählt, darf dabei natürlich auch die Rentabilität nicht leiden. Value statt Volume ist das Motto, also keine hohen Stückzahlen um jeden Preis, dafür eine gesunde Marge pro verkauftem Fahrzeug, so der Manager.

Bereits in naher Zukunft, am 11. April 2024, wird der nächste neue, vollelektrische Alfa Romeo mit Namen Milano - natürlich in Mailand - vorgestellt. Dieser richtet sich stark an ehemalige Kunden des Mito und der Giulietta und wird aller Voraussicht nach zusätzlich auch als Hybrid-Benziner auf den Markt kommen.

Etwas später, also 2025 und 2026 kommen die Nachfolger von Giulia und Stelvio. Mit welchem Modell wir zuerst die Straßen erkunden dürfen wurde noch nicht verraten. Die Plattform STLA-Large des Stellantis Konzerns dagegen sei für diese Fahrzeuge im D-Segment gesetzt. Diese ist auf vollelektrische Fahrzeuge ausgelegt, erlaubt aber auch klassische Antriebskonzepte wie Verbrenner und Hybride. Über 700 Kilometer Reichweite sollen mit dieser Plattform drin sein, ebenso ist das Laden in rund 18 Minuten auf 80 Prozent Batteriestand dank 800V Technik möglich.

Da Alfa Romeo auch für "Rosso" (rot), Italien und Sportlichkeit steht dürfen auch die sportlichen Ableger unter dem Quadrifoglio Banner nicht fehlen, Leistungsangaben zwischen 250 kW und 700 kW (340 PS bis 950 PS) stehen im Raum. Front-, Allrad- sowie heckangetriebene Fahrzeuge sind in Planung. Neue Modelle sollen unter anderem Designmerkmale des Supersportwagens 33 Stradale übernehmen.

Auf Basis der STLA-Large Plattform sollen Fahrzeuge im D- und E-Segment folgen. Ein großes SUV, das es mit Porsche Cayenne und Lamborghini Urus aufnehmen könnte und das unter dem Projektnamen "E Jet" läuft, ist in diesem Zusammenhang gefallen, wir sind gespannt!

Verneint wurden die Themen künstlicher Motorsound sowie Rabattschlachten, die einige Hersteller aktuell betreiben. Alfa Romeos Plan sieht vor, überall die gleichen Fahrzeuge zum gleichen Preis zu verkaufen.

Wie es in Zukunft um sportliche Modelle als Nachfolger für zum Beispiel den 4C Spider aussieht, ist noch offen. Um solch ein Fahrzeug sinnvoll auf den Markt zu bringen, müssten über 10.000 Einheiten verkauft werden. Der aktuelle Plan sieht dieses Konzept nicht vor 2029 vor, dann aber wahrscheinlich auf einer aktualisierten STLA-M Plattform, natürlich als Elektrovariante. Eine Erneuerung des C-Segmentes, also ein Tonale-Nachfolger steht ebenfalls erst ab 2028 auf dem Plan.

Das Thema Software in den kommenden Fahrzeugen wurde ebenfalls kurz angesprochen, acht bis zwölf Jahre lang soll diese entsprechend mit Updates versorgt werden, um zum Beispiel ein Assistenzsystem oder das Infotainment zu verbessern.

Wir bedanken uns für das nette Gespräch und verfolgen mit Spannung den weitern Verlauf rund um die Marke Alfa Romeo.

Mike Neumann / mid

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