Alternativer Antrieb

Brummis sollen bis 2050 emissionsfrei fahren

Eine Forschungsgruppe der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster kommt zu dem Ergebnis, dass Zero-Emission-Trucks sich gegenüber dem Dieselantrieb zunächst auf kürzeren Strecken und nach und nach auch auf längeren Distanzen durchsetzen werden.

Brummis sollen bis 2050 emissionsfrei fahren
mid Groß-Gerau - Dem Klima zuliebe: Auch Trucks sollen künftig mit Strom angetrieben werden. Tama66 / Pixabay


mid - Groß-Gerau - Klimaschutz kennt keine Kompromisse. Damit Europa bis 2050 klimaneutral werden kann, muss neben dem Personenverkehr auch der Gütertransport unabhängig von fossilen Brennstoffen werden. Zielführend ist hier der Einsatz von Batterie und Brennstoffzelle. Eine Forschungsgruppe der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster hat bei der Untersuchung der Wettbewerbsfähigkeit zukünftiger Antriebstechnologien am Fallbeispiel US-Markt neben Betriebs- und Kapitalkosten auch entgangene Gewinne durch Ladezeiten und geringere Zuladung berücksichtigt.

Besonders im Lkw-Fernverkehr sind die Anforderungen an Reichweite, Zuladungskapazität und Auslastung der Fahrzeuge hoch. Die Nutzung von Batterien und Brennstoffzellen erlaubt zwar einen emissionsfreien Betrieb, unterscheidet sich aber in wichtigen technologischen Merkmalen wie Effizienz, Gewicht und Lade- oder Betankungsdauer. Die Transparenz über den Einfluss dieser Merkmale auf die Kosten ist wichtig für Spediteure, die Emissionen ihres Fuhrparks reduzieren wollen, und für LKW-Hersteller, um attraktive Produkte anzubieten.

"Im US-amerikanischen Markt sind für Strecken unterhalb von 600 Kilometern Antriebe mit langlebigen Lithium-Eisenphosphat-Batterien oder leichteren Nickel-reichen Zellchemien derzeit besonders geeignet. Oberhalb dieser Marke können Brennstoffzellen ihre Vorteile beim Antriebsgewicht und der kurzen Betankungsdauer immer mehr ausspielen", erläutert Lukas Mauler. federführender Autor vom Institut für betriebswirtschaftliches Management am Fachbereich Chemie und Pharmazie der WWU.

Neben der Streckenlänge spielt die Art der Fracht eine wichtige Rolle für die Wahl der kostengünstigsten Alternative zum Diesel. "Im volumenbegrenzten Transport sind kostengünstigere Lithium-Eisenphosphat-Batterien vorteilhaft, da das Antriebsgewicht dabei eine untergeordnete Rolle spielt. Im gewichtsbegrenzten Fall sind je nach Streckenlänge leichtere nickelreiche Batteriechemien oder Brennstoffzellenantriebe besonders geeignet, weil sie die wertvolle Frachtkapazität weniger einschränken", unterstreicht Laureen Dahrendorf, Ko-Autorin vom Institut für betriebswirtschaftliches Management der WWU.

"Die dynamische Entwicklung der Energiedichte von Batterien und Effizienzsteigerungen bei Brennstoffzellen werden die Kosten von Zero-Emission-Trucks im Fernverkehr nahe an den Diesel bringen - für den Durchbruch sind aber Preisreduktionen für Schnellladen und Wasserstoff an der Autobahn erforderlich", erklärt Lukas Mauler, federführender Autor vom Institut für betriebswirtschaftliches Management am Fachbereich Chemie und Pharmazie der WWU.

asg

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