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Formel E Finale elektrisiert

Vor den beiden letzten Saisonrennen am Samstag (14.8.) und Sonntag (15.8) haben rechnerisch nach wie vor 18 der 24 Fahrer die Möglichkeit, in Berlin erstmals offizieller Formel-E-Weltmeister 2021 zu werden. Auch Jaguar Racing sieht sich als jeweils Dritter in der Team- und Fahrerwertung in einer guten Ausgangsposition.


Vor den beiden letzten Saisonrennen am Samstag (14.8.) und Sonntag (15.8) haben rechnerisch nach wie vor 18 der 24 Fahrer die Möglichkeit, in Berlin erstmals offizieller Formel-E-Weltmeister 2021 zu werden. Auch Jaguar Racing sieht sich als jeweils Dritter in der Team- und Fahrerwertung in einer guten Ausgangsposition. Der Motor-Informations-Dienst (mid) sprach exklusiv mit Team-Chef James Barcley sowie den Fahrern Mitch Evans und Sam Bird.

Die Briten sind bereits im Oktober 2016 mit ihrem Engagement in der FIA Formel E in den internationalen Motorsport zurückgekehrt. Jaguar war damit der erste Premium-Hersteller in der 2014 aus der Taufe gehobenen, zukunftsweisenden Rennserie für rein elektrisch angetriebene Rennwagen.

2019 gewann das Team den Rom E-Prix - der erste Sieg für Jaguar bei einem internationalen Autorennen seit 1991. Jaguar sieht die Formel E als reales Testlabor. Als offizielles Herstellerteam der Formel E dürfen die Briten ihren eigenen Antrieb, also den Motor, das Getriebe und den Wechselrichter (Inverter) entwickeln. Auch die Abstimmung der Hinterradaufhängung ist freigestellt. Aus Kostengründen als Gleichteile für alle zwölf Teams ausgelegt ist das Kohlefaserchassis und die Batterie. Das erlaubt die Konzentration auf die Entwicklung leichter und effizienter elektrischer Antriebsstränge, die die Performance und die Reichweite künftiger Elektrofahrzeuge von Jaguar Land Rover verbessern sollen.

Der aktuelle I-Type 5 der Briten leistet wie die Konkurrenzfahrzeuge maximal 250 kW/340 PS im Qualifying und im sogenannten Fan-Boost. Die Höchstgeschwindigkeit des minimal 880 Kilogramm schweren Boliden, davon gehen bislang allein 385 Kilogramm auf das Konto der 52 kWh-Einheitsbatterie, liegt bei limitierten 280 km/h. Von 0 auf 100 km/h geht es in rund 2,8 Sekunden.

Zur Saison 2020/21 hat die FIA der Formel E erstmals den Status einer offiziellen Weltmeisterschaft verliehen. Im September 2020 erreichte die Formel E zudem als erste global ausgetragene Sportart das Prädikat "klimaneutral". Durch Investitionen in Umweltprojekte in allen Ländern, in denen die Serie bis dahin gefahren war, konnte sie ihre CO2-Emissionen vollständig ausgleichen und somit in der Klimabilanz eine "netto-null" erzielen.

Der gebürtige Neuseeländer Mitch Evans mit der Startnummer 20 ist bereits seit 2016 als Fahrer an Bord. Er geht als Achter ins Rennwochenende, liegt allerdings nur sechs Punkte hinter seinem Teamkollegen. Vor seinem 62. Rennen ist er fest entschlossen, dem Team weitere Punkte und Podiumsplätze zu bescheren. Unlängst hatte Jaguar Racing angekündigt, den Vertrag des 27-jährigen um mehrere Jahre zu verlängern. Diese Nachricht folgte unmittelbar auf die Meldung, dass Jaguar Racing sich auch für die kommende Generation 3 (Start Ende 2022) der Formel E verpflichtet hat.

Die neuen Generation 3-Rennwagen werden voraussichtlich erstmals Ende 2022 an den Start gehen. Als Folge dürften auch die Rennen in den weltweit größten Metropolen noch spannender werden. Die Motoren werden sowohl im Qualifying als auch im Rennen um jeweils 100 kW zulegen. Im Qualifying leisten die Elektro-Flitzer dann 350 kW/476 PS, im Rennen 300 kW/408 PS. Beim Gen3-Auto darf nicht nur an der Hinterachse, sondern auch an der Vorderachse Energie beim Bremsen zurückgewonnen werden, die Rekuperationsleistung steigt damit von 250 kW auf 600 kW.

Die Batterien werden von Williams geliefert und sollen wesentlich kompakter und gleichzeitig leichter sein, die Autos dadurch signifikant an Gewicht verlieren. Zudem sollen erstmals Ladestopps eingeführt werden. In nur 30 Sekunden sollen dank 600 kW Ladeleistung vier Kilowattstunden Kapazität gewonnen werden. Die Technologie und Infrastruktur dafür wird das Schweizer Unternehmen und Formel E Titelsponsor ABB bereitstellen.

Der britische Rennfahrer Sam Bird mit der Startnummer 10 kam vor Beginn der 7. Saison der ABB FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft zu Jaguar Racing. Der 34-jährige war bereits seit Beginn der Serie bei jedem Formel-E-Rennen dabei und hat bisher neun Siege eingefahren. Bird ist zudem der einzige Fahrer, der in jeder Saison ein Rennen gewonnen hat. ln der aktuellen Weltmeisterschaft liegt er auf dem dritten Platz.

James Barcley wurde im November 2015 zum Teamchef für Jaguar's ABB FIA Formel-E Weltmeisterschaftsprogramm ernannt. Ihm verdankt die britische Marke ihre spannende Rückkehr in den Motorsport. In den letzten drei Saisons hat James das Wachstum von Jaguar Racing überwacht und das Team sowohl auf- als auch abseits der Strecke geführt. Jaguar Racing liegt in der Teamwertung auf dem dritten Platz, nur neun Punkte von der Spitze entfernt.

Was erwarten Fahrer und Team vom Rennwochenende in Berlin?

Mitch Evans, Jaguar Racing Fahrer Nummer 20: "Ich bin seit fünf Jahren im Team und sehr stolz auf die Position, die wir uns jetzt vor den finalen Rennen des Jahres erobert haben. Jedes einzelne Teammitglied hat viel investiert, um uns an diesen Punkt zu bringen, und das wird auch bei den Rennen 14 und 15 nicht anders sein. Das letzte Rennwochenende der Saison ist immer wichtig - aber das waren die anderen 13 auch, die uns hierhergebracht haben. Als Team werden wir das Wochenende mit der gleichen Einstellung angehen. Wir kennen die Strecke in Berlin-Tempelhof gut, haben uns intensiv vorbereitet und gehen mit einer positiven und optimistischen Einstellung in das Wochenende."

Sam Bird, Jaguar Racing Fahrer Nummer 10: "Das letzte Wochenende einer Formel-E-Saison mit Jaguar Racing als Dritter in der Team- und Fahrerwertung ist eine großartige Ausgangsposition. Am Samstag wird es von der ersten Gruppe aus und wegen der Strafe für mich schwierig, also werde ich mich auf ein sauberes Rennen konzentrieren. Nach den Strapazen von London werde ich meine Rennen einfach genießen und sie so nehmen, wie sie kommen. Es war ein großartiges erstes Jahr mit Jaguar, und wir alle wollen es positiv abschließen."

James Barclay, Teamdirektor von Jaguar Racing: "Ich bin sehr stolz auf die Fortschritte, die wir in dieser Saison als Team gemacht haben. Wir haben uns von Jahr zu Jahr verbessert und uns dank des Fachwissens, des Engagements und der Zielstrebigkeit des gesamten Teams als Titelanwärter etabliert. Wir freuen uns sehr darauf, in Berlin alles zu geben und die Herausforderung anzunehmen, die in den letzten beiden Rennen der Saison vor uns liegt. Wir alle wissen, wie unberechenbar und hart umkämpft die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft ist, aber wenn wir weiter um Punkte, Podiumsplätze und Siege kämpfen, ist alles möglich."

Das kommende Wochenende ist das letzte Doppel-Prix-Rennwochenende der siebten Saison der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft. Der finale Wettbewerb um den Titel des Team- und Fahrer-Weltmeisters findet am Samstag, 14. August, um 14:00 Uhr und am Sonntag, 15. August, um 15:30 Uhr statt und wird live auf Sat1 übertragen.

Christoph Reifenrath / mid

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