Fahrbericht

EQS - die S-Klasse unter den Elektroautos

Der Mercedes EQS betritt die Weltbühne der Automobilität. Das Spitzenmodell aus dem Hause Daimler ist eine Luxuslimousine mit starkem Elektromotor und hoher Reichweite. Technologisch ist der EQS mit allen Wassern moderner Fahrzeugentwicklung gewaschen.

8EQS - die S-Klasse unter den Elektroautos
mid Groß-Gerau - Sterne-Stromer: der neue Mercedes EQS. Daimler


Der Mercedes EQS betritt die Weltbühne der Automobilität. Das Spitzenmodell aus dem Hause Daimler ist eine Luxuslimousine mit starkem Elektromotor und hoher Reichweite. Technologisch ist der EQS mit allen Wassern moderner Fahrzeugentwicklung gewaschen. In Corona-Zeiten fällt die Weltpremiere bescheiden aus: Mercedes-Benz präsentiert das Fahrzeug im Netz und veranstaltet flankierend eine Telefonkonferenz. Der Motor-Informations-Dienst (mid) ist live zugeschaltet.

Selbstbewusst versteht sich der EQS als S-Klasse unter den Elektroautos. Darum soll der im Sommer 2021 auf den Markt kommende Edel-Stromer auch die gesamte Komforttechnik der Stuttgarter Oberklasse-Limousine erhalten. Beim Design gibt es Unterschiede zur Traditions-Karosse mit Verbrennungsmotoren: So fehlt der klassische Kühlergrill, der für manche Fans das Gesicht der Sterne-Marke darstellt. Dafür punktet der EQS beim Front-Design mit einem modern-eleganten schwarzen Panel mit großem Mercedes-Stern in der Mitte.

Verwöhnte Mercedes-Kundschaft muss nicht auf hohe Reichweiten verzichten. Der Hersteller verspricht eine 770 Kilometer lange Fahrt von Ladepunkt zu Ladepunkt. Nach 15-minütigem Schnelladen soll es bereits weitere 300 Kilometer vorangehen. Bekanntlich sind entsprechende Akkus nicht ganz leicht. An die 700 Kilogramm wiegt die von Mercedes selbst entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit 400-Volt-Architektur. Zugunsten der Umweltfreundlichkeit werde sie allerdings CO2-neutral gefertigt und grün verstromt, teilt Christoph Starzynski, Leiter Mercedes-EQ, auf Nachfrage des mid mit.

Das Thema Energieeffizienz spielt bei einem Elektromodell wie dem EQS in die Entwicklung vieler Details hinein. So verzichtet Mercedes-Benz auf digitale Außenspiegel und entscheidet sich für die konventionelle Bauart. Der Grund: Der Pluspunkt hinsichtlich Aerodynamik werde mehr als aufgefressen vom höheren Stromverbrauch. Das Display müsse schließlich mit Strom versorgt werden.

Über einen Mangel an moderner Technik kann sich wohl niemand beklagen. Zum Beispiel gibt es eine Intelligente Rekuperation mit drei Stärken - von der kraftvollen Verzögerung bis zum sanften Segeln. Die Stufen sind über Schaltwippen am Lenkrad einstellbar. Außerdem verfügt der EQS über eine Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu zehn Grad. Stolz sei man auch auf die Filterleistung. "Im EQS gibt es die sauberste Luft, die man heute in einem Fahrzeug haben kann", betont Starzynski.

Die neue Oberklassen-Generation von E-Fahrzeugen basiert auf einer eigens dafür entwickelten Architektur, die in jeder Hinsicht skalierbar und modellübergreifend einsetzbar ist: Radstand und Spurweite sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen Systembaukastens variabel.

Alle EQS-Versionen besitzen einen elektrischen Antriebsstrang (eATS) an der Hinterachse, die Versionen mit 4Matic zusätzlich auch einen eATS an der Vorderachse. Erhältlich ist der EQS also sowohl mit Hinter- als auch Allradantrieb. Zunächst kommen die Versionen EQS 450+ mit 245 kW/ 333 PS und EQS 580 4Matic mit 385 kW/524 PS zu den Händlern. Die Höchstgeschwindigkeit hat Mercedes auf 210 km/h begrenzt.

Dass der Sterne-Stromer im obersten Fahrzeug-Segment zu Hause ist, demonstriert auch der Plan, neben AMG-Versionen auch einen EQS Maybach ins Portfolio aufzunehmen. Konkretes will man aber noch nicht verraten - ebenso wenig die Anschaffungspreise. Mittlerweile hat Daimler eine Online-Präsentation mit zahlreichen Details ins Netz gestellt.

auch in NEW MOBILITY

Anzeige

Videos