Warnwesten im Test

Mindestens eine Warnweste ist in Deutschland in jedem Auto gesetzlich vorgeschrieben. Im Falle eines Verkehrsunfalls oder einer Panne erhöht sie insbesondere bei Dunkelheit die eigene Sichtbarkeit. Sicherheitsexperten testeten 21 Westen-Modelle.

Warnwesten im Test
mid Groß-Gerau - Auf der 450 Meter langen, ebenen Rollbahn wurden die Westen nacheinander in die Lichtkegel von Autos mit unterschiedlichen Scheinwerfern positioniert. Florian Schmucker / ACE


Mindestens eine Warnweste ist in Deutschland in jedem Auto gesetzlich vorgeschrieben. Im Falle eines Verkehrsunfalls oder einer Panne erhöht sie insbesondere bei Dunkelheit die eigene Sichtbarkeit. Sicherheitsexperten des Autoclubs Europa (ACE) und der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) testeten 21 Westen-Modelle - darunter drei Kinderwesten.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die getesteten Warnwesten kaum: Ob aus dem Internet bestellt oder im Laden gekauft - alle sind Neon-Gelb und verfügen über reflektierende Streifen. Das Testteam von ACE und GTÜ wollte wissen: Wie gut sichtbar sind die verschiedenen Modelle bei Dunkelheit im Scheinwerferlicht? Welchen Einfluss haben unterschiedliche Lichttypen - Halogen, LED und Laser - auf die Sichtbarkeit der Warnwesten?

Getestet wurde auf dem Flugplatz Poltringen südlich von Stuttgart. Auf der 450 Meter langen, ebenen Rollbahn wurden die Westen nacheinander in die Lichtkegel von Autos mit unterschiedlichen Scheinwerfern positioniert. Im Testverlauf wurde der Abstand zur jeweiligen Lichtquelle immer weiter vergrößert. Bei der schwächsten Lichtquelle - Halogen mit Abblendlicht - war die erste Weste schon nach 100 Metern kaum noch zu sehen. Bei 175 Metern war sie für das menschliche Auge unsichtbar. Es handelt sich um das günstigste Exemplar des Herstellers Triamisu, bei Amazon für nur einen Cent zuzüglich der Versandkosten erhältlich. Als einziges Produkt hat es den Praxistest nicht bestanden.

Alle anderen Warnwesten im Test sind bei allen Lichttypen bis 450 Meter Entfernung zu erkennen - die meisten gut und einzelne hervorragend. Was auf dem Flugfeld bei allen Westen auffällt: Bewegt sich die Testperson mit der Warnweste, ist sie grundsätzlich besser sichtbar.

Die Reflexionskraft von vier Warnwesten fällt besonders ins Auge - diese haben im Test hervorragend abgeschnitten. Dabei handelt es sich um die Westen der Hersteller Gauke (Verkäufer: Heldenwerk über Amazon), Stonekit (Engelbert Strauss) und die Kinderwesten von Korntex (Obramo) und Printwear (aus dem Textil-Großhandel).

Dies bestätigt der zweite, von der GTÜ unter laborähnlichen Bedingungen durchgeführte Test: Im abgedunkelten Raum wurden die Westen zusammen mit speziellen Referenz-Reflektoren belichtet und so ihre Reflexionskraft im Vergleich zu Normwerten bestimmt. Die Ergebnisse decken sich mit den Beobachtungen auf dem Flugfeld: Die meisten getesteten Warnwesten haben eine gute Reflexionskraft, vier sogar eine hervorragende. Doch auch bei dem zweiten Testverfahren fiel eine Warnweste erneut durch: die billigste des Herstellers Triamisu.

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