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Fahrzeuge aus dem 3D Drucker könnten bald Realität werden

Seit einigen Jahren entwickeln verschiedene Firmen Möglichkeiten, Autos im 3D Druck Verfahren entstehen zu lassen. Erste Prototypen gibt es schon.

Fahrzeuge aus dem 3D Drucker könnten bald Realität werden
@ ZMorph3D (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Wann kommen Autos aus dem 3D Drucker?

Seien es Modelle in der Architektur, künstliche Gelenke in der Medizin oder Skulpturen in der Kunst: Der 3D Druck ist aus vielen Bereichen längst nicht mehr wegzudenken. Auch in der Automobilbranche erfreut er sich zunehmender Beliebtheit. Vor allem für das Rapid Prototyping, also die Herstellung von Prototypen, hat sich die Methode bewährt. Manche Unternehmen haben allerdings vor, sogar ganze Fahrzeuge auszudrucken.

Eine frühe Demonstration

Bereits im September 2014 setzte die erste Firma den dreidimensionalen Druck zur Herstellung eines Automobils ein. Das US-amerikanische Unternehmen Local Motors nutzte die Bühne der International Manufacturing Technology Show in Chicago dafür, seine Produktionsweise zu demonstrieren. Binnen 44 Stunden druckten die Macher das Chassis eines Autos in einem Stück aus. Im Anschluss daran wurde das Fahrzeug noch mit weiteren Komponenten wie dem Getriebe und dem Motor ausgestattet. Verkehrssicher war es in diesem Zustand aber natürlich nicht.

Geplante Serienmäßigkeit

Anfang 2018 präsentierte die italienische Firma XEV der Öffentlichkeit ein Auto, das fast vollständig im 3D Druck Verfahren entstanden ist. Das damals noch LSEV (Low-Speed Electric Vehicle) genannte Fahrzeug wurde aus nur 57 Bauteilen zusammengesetzt, wobei lediglich die Karosserie, die Sitze, die Reifen und die Scheiben nicht ausgedruckt wurden. Dank der modernen Fertigungsmethode wurden die Kosten im Vergleich zum herkömmlichen Autobau um 70 Prozent gesenkt. Ende 2019 bat XEV im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne um finanzielle Unterstützung bei dem Vorhaben, das Auto in Serie zu produzieren. Der Yoyo, wie das Fahrzeug nun hieß, soll demnach Ende 2020 zu einem Verkaufspreis von 8.000 Euro auf den Markt kommen. Es soll über einen 7,5 kW starken Elektromotor verfügen, der 10 PS auf die Straße bringt. Ein Boost bietet die Möglichkeit, die Leistung für 30 Sekunden auf 30 PS zu erhöhen. Die Reichweite des Akkus soll 150 Kilometer umfassen.

3D Druck auf dem Prüfstand

Ob sich XEV an seinen ambitionierten Zeitplan halten kann, steht noch in den Sternen. Das Projekt zeigt jedoch, dass ausgedruckte Fahrzeuge längst keine Zukunftsmusik mehr sind. Allerdings ist es durchaus zweifelhaft, ob der 3D Druck auch für die Serienherstellung von Autos zum Einsatz kommt. Denn für größere Stückzahlen ist er bislang aus Kostengründen nur bedingt geeignet. Lohnenswerter sind andere Verfahren wie der Spritzguss, mit dem heutzutage meist die Massenproduktion von Plastikteilen vorgenommen wird. Unternehmen wie 3D Hubs bieten nicht nur den 3D Druck und den Spritzguss als Fertigungsmethoden an, sondern auch das CNC-Fräsen und das -Drehen. Das macht einen transparenten Vergleich hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit möglich.

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