Corona-Krise

Corona: Weniger Staus auf der Autobahn

Die Corona-Pandemie hat den Verkehr auf den deutschen Autobahnen deutlich entschlackt. Der ADAC zählte 2020 rund 513.500 Staus, das waren etwa 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Außerdem ging die Gesamtdauer der Störungen um 51 Prozent zurück, die Zahl der Staukilometer reduzierte sich um 52 Prozent.

Corona: Weniger Staus auf der Autobahn
mid Groß-Gerau - Durch die Corona-Krise wurde das Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen deutlich reduziert. ADAC


Die Corona-Pandemie hat den Verkehr auf den deutschen Autobahnen deutlich entschlackt. Der ADAC mitteilt, zählte er 2020 rund 513.500 Staus, das waren etwa 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Außerdem ging die Gesamtdauer der Störungen um 51 Prozent zurück, die Zahl der Staukilometer reduzierte sich um 52 Prozent. Die Kfz-Fahrleistung ist nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vergangenes Jahr um etwa zwölf Prozent zurückgegangen.

Insgesamt registrierte der Club im April mit nur knapp 12.000 Staukilometern das geringste Stauaufkommen des Jahres. Staureichster Monat war der September mit rund 67.500 Staumeldungen bei einer Gesamtlänge von 103.000 Kilometern. Auffällig ist, dass die Länge der Staus im Vergleich zum - ebenfalls gesunkenen - Verkehrsaufkommen deutlich stärker zurückgegangen ist. Ebenso ist erkennbar, dass die Staubelastung in der Lockerungsphase wieder deutlich stärker zugenommen hat als es der Zuwachs des Verkehrsaufkommens vermuten lässt. Das bedeutet laut ADAC im Umkehrschluss: Insbesondere auf hoch belasteten Autobahnen genügt schon ein relativ geringer Rückgang des Verkehrs, um die Stausituation deutlich zu entschärfen.

Die von Staus am meisten betroffenen Bundesländer waren - wie in den Vorjahren - Nordrhein-Westfalen (32 Prozent), Bayern (14 Prozent) und Baden-Württemberg (zehn Prozent). Auf sie entfielen 56 Prozent aller Staumeldungen (Vorjahr: 65 Prozent).

Um die Zahl der Staus möglichst auch nach Corona-Pandemie niedrig zu halten, sind laut ADAC mehrere Maßnahmen erforderlich. So zeige die Pandemie bis heute, dass sich Berufsverkehr und Dienstreisen dank Homeoffice und Videokonferenzen reduzieren ließen.

Auch müsse der ÖPNV seine Kunden, die aus Angst vor Corona aufs Auto umgestiegen sind, wiedergewinnen. "Deshalb ist die Modernisierung der Schienensysteme im Nah- aber auch Fernverkehr konsequent voranzutreiben, um ein zuverlässiges und attraktives Angebot zu gewährleisten", so der Auto-Club. Zudem müssten auch solchen Pendlern, die nicht jeden Tag unterwegs seien, flexible und attraktive Mehrfahrten-Tickets und Abos angeboten werden. Der ADAC plädiert dafür, im Sinne eines möglichst reibungslosen Verkehrs das Verkehrs- und Baustellenmanagement weiter zu verbessern.

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