Forschungsprojekt Seilbahnen: ÖPNV könnte in die Luft gehen

3Forschungsprojekt Seilbahnen: ÖPNV könnte in die Luft gehen
Seilbahn in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Foto: Auto-Medienportal.Net/Doppelmayr Seilbahnen

In großen Städten Südamerikas und Asiens sind erste Projekte bereits umgesetzt, nun rücken auch in Deutschland Seilbahnen als alternatives urbanes Verkehrsmittel etwas stärker in den Fokus. Sie könnten eine umweltfreundliche Ergänzung im Öffentlichen Personennahverkehr bilden. Das Ingenieurbüro ,,SSP Consult Beratende Ingenieure GmbH" sowie das Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT) der Universität Stuttgart entwickeln derzeit entprechende Planungstools. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das zweijährige Vorhaben fachlich und finanziell mit rund 300.700 Euro.

Derzeit kommen Seilschwebebahnen meist nur in Berggebieten oder bei großen Gartenbauveranstaltungen zum Einsatz. ,,Im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln fehlen für deren Anwendung und Bewertung im Stadtraum jedoch bisher praktische Planungshilfen", sagt Projektleiter Michael Welsch. Dabei hätten Seilbahnen deutliche umweltrelevante Vorteile. Die Bauzeit sei kürzer, es müsse weniger Fläche versiegelt werden und der Material- und Ressourcenbedarf für Stützen und Stationen sei geringer als zum Beispiel bei Stadt- und S-Bahnen. ,,Sie sind sehr geräuscharm, zerschneiden kaum Natur- oder Bewegungsräume und bieten eine sehr gute CO2-Bilanz sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb."

Mit Hilfe der nun zu entwickelnden Empfehlungen aus dem Förderprojekt soll Planungssicherheit für die kommunale Verwaltung und die lokale Politik entstehen. Untersucht werden sollen die Bereiche Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, Bevölkerungsakzeptanz und Lebenszyklus. Dabei werden nach Welschs Worten unter anderem Indikatoren zum CO2-Fußabdruck, Lärm, Spiegelung und Schattenwurf und Flächenversiegelung einbezogen. Ziel ist es, möglichst bald Seilbahnsysteme als Ergänzung zum ÖPNV in deutschen Städten zu installieren. Begleitet wird das DBU-Projekt durch einen Experten-Beirat aus Vertretern von Kommunen, Verbänden, Politik und Wissenschaft. (ampnet/jri)

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