Sonst noch was? - Salz und mehr

Manchmal braucht es zum Glück nur eine Prise Salz. In den allermeisten Fällen dürfte das allerdings zu wenig sein.

Sonst noch was? - Salz und mehr
snw Foto: sps

Die älteren unter den Kollegen werden sich noch daran erinnern: Vor langer, langer Zeit, in einem anderen Jahrhundert, kippte ein damals noch quasi jungfräuliches Autochen, dass man ob seiner Größe heute zu den Kleinstwagen zählen würde, vor Schreck um, als es einen Elch sah. Genau genommen kippte es beim Versuch um, den Elch zu umfahren. Ihn einfach umzufahren, wäre auch zu gefährlich für die Insassen und das Autochen gewesen. In der Folge wurde als erstes A seiner Größe mit elektronischen Hilfsmitteln ausgerüstet, auf das es nicht mehr umfalle beim Umfahren und viele andere folgten diesem Beispiel und machten so das Autofahren sicherer. Das Leben der Elche übrigens auch.

Letzteres, also das Leben jener Tier, ist inzwischen so sicher, dass der gemeine Elch beispielsweise in Kanada des Winters gerne auf Straßen rumläuft. Nicht, weil er Autos erschrecken will, nein, ihm ist nach anderen Leckereien. Elche mögen Salz. Ohne Zitrone und Tequila, auch ohne Brezeln - einfach nur Salz. Es darf auch gerne Streusalz sein. Und am besten scheint das Streusalz zu schmecken, wenn es an einem Auto festgetrocknet ist. Diese Erfahrung machen zumindest derzeit die Ranger im Jasper National Park, wo sich Elche recht fruchtbar vermehren und in Sachen Auto wenig Berührungsängste zeigen. Jedenfalls sehen sich die Ranger genötigt mit Warnschildern darauf hinzuweisen, dass man die Elche nicht am Auto lecken lassen soll.

So ganz verstehen wir das Verbot nicht, schließlich schadet das Streusalz dem Lack und wenn der Elch diesbezüglich fürsorglich ist - warum nicht? Die Elchzunge wirkt wahrscheinlich auch nicht anders als die Bürste in der Waschanlage. Was auf den Schildern nicht steht ist, wie man dem Elch denn nun das Verbot der Leckerei nahebringen soll? Wir kennen jetzt selbst keinen Elch persönlich, vermuten aber, dass die salzliebende kanadische Spezies nicht unbedingt fließend Englisch oder Französisch versteht.

Eins von beiden kann man bei den Nutzern von Instagramm meist voraussetzen. Und einen gewissen Hang zum Luxus, wenn es um Automobile geht. Jedenfalls hat der britische Zulassungsdienst Click4reg herausgefunden, dass Instagramm-Nutzer in Sachen Auto den Porsche Panamera ganz vorne sehen, gefolgt vom 7er BMW und einem Rolls Royce. Gemessen wurden die Nennungen der Modelle in Hashtags und Nutzererwähnungen. Der Porsche kam auf stolze 370.000 davon - pro Tag. Die bestplatzierten E-Autos der Liste landeten in Form von Audi E-tron und Jaguar I-Pace auf Position 18 und 20. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Nennungen im echten Leben eher der Abteilung, ,,wenn ich nächste Woche reich bin, kauf ich mir...." angehörten. Und es war eine britische Umfrage.

Genau wie die des Vergleichsportals Money.co.uk. Deren Analysten wollten aus unerfindlichen Gründen herausfinden, was denn wohl die aufregende Autoverfolgungsjagd der Filmgeschichte war und verglichen dazu den Pulsschlag von 100 Freiwilligen beim Anschauen entsprechender Szenen. Während Klassiker wie ,,Bullit" oder ,,Italian Job" nicht mal in die Top 20 kamen, lagen ,,Fast und Furious" 6 und 7 auf den Plätzen zwei und drei, hinter ,,Mad Max Fury Road". Wir vermuten mal, dass die vermessenen Briten beim Anblick der epischen Wüstenrallye völlig verwirrt waren, weil die Fahrzeuge nicht nur nicht auf der falschen Seite der Straße fuhren, sondern auf gar keiner. Ohne Regeln quasi. Shocking, isn't it?

Genau wie die britische (!) Idee ab 2030 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zulassen zu wollen. Jetzt, da sein großer irrer Bruder in Washington nicht mehr lange im Amt wüten darf, findet Boris Johnson plötzlich seine grüne Seele und zieht den Verbrenner-Verbotsplan spontan fünf Jahre vor. Solche Ideen kann man gut oder schlecht finden, es ist letztlich eine politische Entscheidung, die von Mehrheiten getragen werden muss. Dass ausgerechnet Johnson jetzt damit ums Eck kommt, diskreditiert das Ganze aber etwas. Wir empfehlen Boris deshalb einen erholsamen Kanada-Urlaub. In den Wäldern des Jasper Nationalparks dürfte das Corona-Risiko gering sein und wenn er sich dann noch etwas Salz ins Haar streicht, ist hinterher vielleicht auch die Frisur wieder in Ordnung und er kommt zu klaren Gedanken. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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