Test: Jeder dritte Radweg zu schmal - Kiel kann es, sonst keiner

Radwege sind in Deutschland vielerorts zu schmal. Oftmals wird sogar die empfohlene Mindestbreite von 1,60 Metern unterschritten, wie jetzt eine Untersuchung zeigt.

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Kiel bietet vergleichsweise großzügig angelegte Radwege Foto: ADAC

Im Jahr 2010 wurden die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) novelliert, die seither Verkehrsplanern als Mindestbreite für Radwege 1,60 Meter und im Regelfall 2,00 Meter nahelegt. Praktisch entsprechen vielerorts in Deutschland Fahrradstrecken allerdings nicht diesen Vorgaben, wie der ADAC in einem Praxistest in zehn deutschen Großstädten festgestellt hat.

Insgesamt hat der Automobilclub 120 Routen genauer untersucht und dabei bei mehr als jeder dritten Route (36 Prozent) eine Unterschreitung der Mindestbreite festgestellt. Nur jeder fünfte Radweg erreichte die Regelbreite. Auf Grundlage dieser Ergebnisse hat der Verkehrsclub Noten für die jeweiligen Städte vergeben. Lediglich Kiel konnte sich mit ,,gut" behaupten, während Bremen, Dresden, Erfurt, München, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden mit ,,ausreichend" abgestraft wurden. Jeweils ein ,,mangelhaft" gab es zudem für Hannover und Mainz. In der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz waren demnach 70 Prozent der Routen ,,mangelhaft" oder ,,sehr mangelhaft".

Angesichts des in vielen deutschen Städten seit Jahren steigenden Radverkehrs empfiehlt der Verkehrsclub deshalb beim Bau neuer Radwege die Einhaltung der Regelbreite. Speziell auf vielbefahrenen Strecken sollten zudem Breitenzuschläge einberechnet werden. 

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