Motorradmarkt - Es gibt Hoffnung

Obwohl im April der Zweiradmarkt einen heftigen Einbruch hatte, sind die Gesamtzahlen des Jahres nicht so negativ wie erwartet. Vor allem der Mai macht Hoffnung - und der Markt der kleinen Roller. 

Motorradmarkt  - Es gibt Hoffnung
Das Segment der Leichtkraftroller boomt trotz Corona Foto: Thomas Maccabelli

SP-X/Essen. Erwartungsgemäß sind die Zahlen der Zweirad-Zulassungen in Deutschland für den Monat April insgesamt sehr schlecht ausgefallen; der Industrieverband Motorrad (IVM) in Essen hat über alle Sparten für den vierten Monat des Jahres ein Minus von knapp 26 Prozent festgestellt; schon im März hatte es einen Rückgang um fast 16 Prozent gegeben. Damit ergibt sich für die ersten vier Monate des Jahres 2020 ein Rückgang der Neuzulassungen bei den motorisierten Zweirädern von fast 68.000 Einheiten im Vorjahr auf knapp 61.000 Stück in diesem Jahr, ein Minus von fast 11 Prozent.Besonders heftig trifft es das stückzahl- und umsatzmäßig bedeutendste Segment der Krafträder: Hier brachte der April 2020 ein Minus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; statt fast 17.000 Einheiten wurden heuer im April nur 10.300 neu zugelassen. Bei den Kraftrollern war der Rückgang prozentual um einen Punkt stärker. Nicht viel besser sieht es bei den Leichtkrafträdern bis 125 Kubikzentimeter Hubraum aus; das Monats-Minus für April beträgt 26 Prozent, doch aufgrund der starken Vormonate ergibt sich in diesem Segment bislang ein Plus von fast 8 Prozent. Eine Sonderentwicklung gibt es bei den Leichtkraftrollern: Das Segment boomt, und zwar teils sogar wegen der Corona-Krise. Weil Ende 2019 die Führerscheinregeln geändert wurden, dürfen jetzt auch Inhaber des Pkw-Führerscheins eine 125er fahren, wenn sie über 25 Jahre alt sind und einige Fahrstunden absolviert haben; eine Prüfung ist nicht vorgeschrieben. Das hat den Absatz der Leichtkraftroller in den ersten drei Monaten um 40 Prozent wachsen lassen, im April gab es nur eine leichte Delle in Form eines Minus von knapp 4 Prozent, so dass der IVM Ende April von einem satten Plus von gut 22 Prozent spricht. Insbesondere Piaggio kann die Situation, dass es einen klaren Trend weg vom ÖPNV und hin zur Nutzung privater Fahrzeuge gibt, für sich nutzen: Statt 1.430 der 125er Roller (Januar bis April 2019) haben die Italiener  im selben Zeitraum 2.350 Stück verkauft, ein Plus von gut 64 Prozent. Aber auch Honda, Yamaha und Kymco, die nächstwichtigen Marken, weisen satte Zuwächse auf. Hoffnungen setzt die Zweiradbranche insgesamt auf den in den ersten zwei Wochen sehr gut angelaufenen Mai. So ist aus dem Handel zu hören, dass sowohl für Motorräder als auch Roller Chancen auf bessere Zahlen als im Mai 2019 besteht. Damals kamen immerhin fast 20.000 Zweiräder neu in den Verkehr. Dann würde sich der Saisonhöhepunkt des Zweiradhandels, der traditionellerweise im März eines Jahres liegt, um zwei Monate verschieben.

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