Elektromobilität

Zum Knutschen: Die Isetta kommt zurück

Eine Weiterentwicklung der Isetta kommt zurück: Die Karo-Isetta der Artega GmbH mit Sitz im westfälischen Delbrück ist optisch eng mit der BMW-Isetta verwandt - hat jedoch statt eines Viertakt-Motorradmotors einen Elektromotor mit 15 kW Leistung.

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mid Groß-Gerau - Die Karo-Isetta der Artega GmbH mit Sitz im westfälischen Delbrück ist optisch eng mit der BMW-Isetta verwandt. Artega GmbH


Eine Weiterentwicklung der Isetta kommt zurück: Die Karo-Isetta der Artega GmbH mit Sitz im westfälischen Delbrück ist optisch eng mit der BMW-Isetta verwandt - hat jedoch statt eines Viertakt-Motorradmotors einen Elektromotor mit 15 kW Leistung. Die Reichweite soll bei bis zu 200 Kilometer liegen. Das Gefährt wir in zwei Varianten ab 21.995 Euro beziehungsweise 17.995 Euro angeboten.

Die Anfang der 1950er Jahre von Iso Rivolta in Italien entwickelte Isetta wurde von 1955 bis 1962 von BMW in Lizenz gebaut und wegen der durchgehenden Sitzbank liebevoll auch "Knutschkugel" genannt. Nach 161.728 Exemplaren war Schluss - die Idee lebte jedoch weiter und wurde 2015 wieder von der Micro Mobility Systems der Schweizer Unternehmer-Familie Outboter mit dem "Microlino" aufgegriffen.

Das Elektromobil sollte der italienische Auftragsfertiger TWI produzieren - und der wurde an Artega verkauft. Dieser deutsche Hersteller von konventionell oder elektrisch angetriebenen Sportwagen erlangte damit Vertriebsrechte - und präsentierte auf der IAA 2019 in Frankfurt am Main ein dem Microlino stark ähnelndes Fahrzeug. Ein anschließender Rechtsstreit endete für Artega mit der außergerichtlichen Einigung, die Karo-Isetta als eigenständiges Produkt herstellen und vermarkten zu dürfen.

Das Grundkonzept der Iso-Isetta mit vier (hinten enger zusammenstehenden) Rädern, Sitzen nebeneinander, nach vorn öffnender Tür und Faltdach als Notausstieg wurde für die Karo-Isetta unverändert übernommen. Von der BMW-Isetta stammen die seitlichen Schiebefenster (statt der ursprünglich festen Verglasung mit Dreiecksfensterchen) und die an den Fahrzeugschultern (statt ursprünglich auf den Kotflügeln) montierten Scheinwerfer.

Fanden in der Ur-Isetta noch zwei Erwachsene und ein Kind Platz, so gibt es jetzt nur noch maximal 200 Kilogramm Nutzlast und zwei Plätze - aber mit Sicherheitsgurten! Der Gepäckraum fasst 300 Liter und ist durch die aufklappbare Heckscheibe nun von außen zugänglich. Der elektrische Antrieb leistet signifikant mehr als bei der BMW-Isetta, die es auf maximal 9,6 kW/13 PS brachte. Die Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ist auch etwas höher, die elektrische Reichweite von maximal 200 Kilometern aber deutlich geringer.

Artega bringt die Isetta in Kooperation mit zwei Partnern auf den Markt: Der Automobilzulieferer Paragon liefert neben Fahrzeugelektronik und Antriebstechnik auch die Infotainment- und digitalen Assistenzsysteme. Dessen Tochterunternehmen Voltabox ist auf hocheffiziente Lithium-Ionen-Batterien und deren Software-Management spezialisiert. Das robuste Stahl-Chassis wird nach aktuellen Normen von Artega selbst hergestellt.

Das Fahrzeug verfügt nun über LED-Scheinwerfer, kombinierte LED-Blinker und Tagfahrlichter im Frontbereich sowie LED-Rückleuchten. Vorerst gibt es die Ausstattungslinie "Intro" als limitierte Auflage und die preisgünstigere "Edition"-Ausführung. Beide Modelle sind in mehreren Lackierungen und mit einer exklusiven Velours-Leder-Ausstattung erhältlich. Die ersten Auslieferungen sind für April 2020 vorgesehen.

Die Karo-Isetta wird in der Kategorie L7e als "leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug" zugelassen und braucht deshalb weder Airbags noch einen Crashtest - der Fahrer jedoch den Pkw-Führerschein der Klasse B. Für Artega-Geschäftsführer Dieter Frers bietet die Isetta preisgünstige, grüne und nachhaltige Mobilität. Sie sei eine Alternative für junge und junggebliebene Stadtmenschen

Hätte die neue Isetta hinten statt rund 80 Zentimeter Spurweite ein "Doppelrad", bei dem der Abstand zwischen den Mittelpunkten der Aufstandsfläche der beiden Räder maximal 43 Zentimeter beträgt, wäre sie nach EU-Verordnung Nr. 168/2013 ein dreirädriges Kraftfahrzeug mit symmetrisch angeordneten Rädern und dürfte mit dem Motorrad-Führerschein A1 auch schon von 16-Jährigen gefahren werden.

Karl Seiler / mid

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