Fahrbericht

Der elektrische Citigo - Cleverer City-Flitzer ohne Emissionen

Der Citigo von Skoda startet durch und wird seinem Namen sicher noch besser gerecht, wenn er ab Beginn des kommenden Jahres als E-Auto in der Stadt (aber nicht nur dort) unterwegs sein wird.

6Der elektrische Citigo - Cleverer City-Flitzer ohne Emissionen
mid Amsterdam - Der Citigoe iV ist das erste reine Elektroauto der Marke, weitere Modelle werden unter dem eigenen Elektrolabel iV folgen. Solveig Grewe / mid


Der Citigo von Skoda startet durch und wird seinem Namen sicher noch besser gerecht, wenn er ab Beginn des kommenden Jahres als E-Auto in der Stadt (aber nicht nur dort) unterwegs sein wird.

Da es bei elektrischen Autos aus Kundensicht vor allem auf drei Dinge ankommt - Reichweite, Reichweite und nochmals Reichweite - nahm man sich bei Skoda - wie bei den deutschen Bruder- und spanischen Schwestermodellen im Volkswagen-Konzern auch - die zentrale Schraube für den Erfolg vor: Die Batterie.

Der 60 Amperstunden-Akku mit einer Kapazität von 36,8 Kilowattstunden (kWh) ermöglicht dem cleveren Citi-Flitzer eine Reichweite von gut 250 Kilometern. Nach den Vorgaben des neuen WLTP-Messverfahrens lautet die amtliche Reichweite 258 Kilometer. Die Sorge, ohne Saft irgendwo zu stranden, schrumpft damit ganz entscheidend.

Wo schon Schnellladesäulen vorhaben sind, kann der Citigo e andocken und mit 40kW tanken. Für die Aufladung der Batterie benötigt das Auto dann eine Stunde, um 80 Prozent seiner Leistung zu erreichen. Fürs Tanken in der Garage bietet Skoda eine eigene Wallbox an, die 7,2 kW Gleichstrom liefert, aber erst Ende des Frühjahrs verfügbar sein soll. Dann ist das Auto theoretisch schon ein Vierteljahr auf dem Markt. Nicht eben clever, dieses Timing.

Wer sich derweil mit der klassischen Steckdose in der Garage behilft, muss dreimal soviel Zeit aufwenden. Zwölfeinhalb Stunden. Dieses von Skoda als "Notladekabel" adressierte Teil ist Teil der Serienausstattung. Für die Nutzung vom Gleichstrom an der heimischen Wallbox wie an den öffentlichen Säulen muss ein sogenanntes Typ-2-Kabel her, das nur in der zweiten Ausstattungsstufe "Style" zum Serienumfang gehört. Für "Ambition" ist es ein aufpreispflichtiges Extra. Eine fragwürdige Entscheidung von Skoda und clever nur in Sachen Zusatzgeschäft.

Bei den Kosten geht Skoda davon aus, dass die Nutzung von Haushaltsstrom zum Fahren mit etwa 4 Euro pro 100 Kilometer angesetzt werden kann. Auch im Betrieb ist der Citigo e damit ein preiswertes Auto. In der Start-Ausstattung Ambition beginnen die Preise mit 20 950 Euro. Damit ist der elektrische Citigo noch einen Tausender günstiger in der Anschaffung als der Konzernbruder e-up! von Volkswagen. Mit der neuen E-Auto-Förderung sinkt der Preis für den Kunden um weitere 6000 Euro. Auch angesichts dieser Förderung des Netto-Preises für den Citigo e räumt Skoda den Verbrennern in dieser Klasse keine großen Chancen mehr ein. Sie entfallen ab 2020.

So viel zu den Kosten, beim Nutzen macht der kleinste Skoda richtig viel Spaß. In einer Stadt wie Den Haag, wo Skoda die europäischen Journalisten erstmals mit dem Citigo e ins Getümmel schickte, spielt der clevere Kleinwagen sein Stärken voll aus. Die engen Straßen der leider meist zugeparkten idyllischen Altstadt muss man mit dem knapp 3,60 Meter langen Citigo nicht scheuen. Mit 1,65 Metern Breite quetscht es sich fast überall noch durch und auch die Parkplatzsuche bleibt so erfolgreich wie das Finden einer Ladesäule dazu. Simply easy.

Zumindest bei unseren niederländischen Nachbarn. Die elektrische Version des Citigo ist immer ein Fünftürer, und da sich das Raumvolumen der Batterie nicht verändert, bleiben auch die 250 Liter Kofferraumvolumen. Das reicht allemal für den normalen Einkauf. Richtig gut schlägt er sich an der Ampel Richtung Hafen. Mit seinem 83-PS-(61 kW) E-Motor ist der kleine tschechische Stromer flott im Anfahren. Das Drehmoment von 210 Newtonmetern steht vom Start weg zur Verfügung parat. Und auch von 60 auf 100 km/h sorgt der bleibt der Citigo wacker am Ball. Er braucht dafür 7,6 Sekunden. Von 0 auf 100 km/h sind es 12,5 Sekunden, in der Spitze sind 130 km/h möglich. Für die primären Einsatzzwecke also bestens gerüstet.

Fürs Sparen beim Fahren gibt es drei Optionen, die Wahltasten Eco und Eco+, bei denen die Leistung der Verbraucher (Klimaanlage und Motor) abgestuft gedrosselt werden. Zudem kann in der Einstufen-Automatik über die Stellung "B" besonders viel Bremsenergie umgewandelt werden, Klimaanlage und Motor sind dann nicht betroffen, das Auto bremst nur deutlich ein, wenn kein "Gas" mehr gegeben wird. Ein Bonus für die Citigo e-Käufer: Sie bekommen einen Spurhalteassistenten serienmäßig. Auch sonst ist der Viersitzer reicht ordentlich bestückt. Klimaautomatik, elektrische Fensterheber.

LED-Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfer sind ebenso Serie wie ein Audiosystem und eine Smartphone-Halterung mit entsprechender Schnittstelle. Eine hauseigene App ermöglicht den Zugriff auf die Klimaanlage und eine Überwachung des Akku-Zustands. Auf den Akku gibt es bei Skoda acht Jahre Garantie, alternativ 160 000 Kilometer auf mindestens 80 Prozent der Ausgangsleistung. Eine ziemlich sichere Sache.

Solveig Grewe / mid

Technische Daten Skoda Citigo e iV:

Maße : Länge 3,56 / Breite 1,65 / Höhe 1,48 Meter

Antrieb: Elektromotor, 61 kW/83 PS, 212 Nm max. Drehmoment

Batteriekapazität/Reichweite nach WLTP : 36,8 kWH/258 km

Ladeleistung AC: bis 7,2 kW, DC: bis 40 kW

Fahrleistungen : 12,3 s von 0 auf 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit : 130 km/h

Preis : 20.950 Euro

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