Falt-Pedelec Jivr - Pendeln ohne Schmutz und Schweiß

Eigentlich sollen sich Pedelecs wie Fahrräder fahren. Beim futuristisch gestylten E-Faltrad Jivr legt man auf diese Eigenschaft weniger Wert. Auch sonst wurde hier vieles ein wenig anders gelöst.

9Falt-Pedelec Jivr - Pendeln ohne Schmutz und Schweiß
Optisch ist das Jivr ein echter Hingucker Foto: Jivr

Für Berufspendler sind Klappräder eine interessante Mobilitätsalternative. Doch wer sein faltbares Fahrrad gelegentlich tragen muss, zum Beispiel im Zug, wird sich nicht selten über Kettenschmiere am Hosenbein ärgern. Ein ebenfalls unschöner Effekt können verschwitzte Hemden sein, sofern man einige Kilometer auch strampeln muss. Wer bei den Kollegen nicht unangenehm auffallen will, könnte auf das in England entwickelte Faltrad Jivr setzen, das auf einen schmutzigen Kettenantrieb verzichtet und dank E-Motor außerdem den Fahrer davor bewahrt, schweißgebadet im Büro anzukommen.

All diese Vorteile bündelt das kleine E-Bike in einer auffällig futuristisch designten Einrohr-Rahmenkonstruktion, die neben dem Faltmechanismus auch gleich noch Batterie, Elektronik sowie einen abgekapselten Riemenantrieb in der Hinterrad-Einarmschwinge integriert. Im ebenfalls einarmig geführten Vorderrad steckt mittig ein kleiner 250-Watt-E-Motor. Das Jivr wirkt damit sehr aufgeräumt, zumal auch Leitungen im Rahmen integriert wurden.

Das kompakte Bike auf 20-Zoll-Rädern lässt sich durchaus ohne Motorunterstützung fahren. In der Regel aktiviert man dennoch per Knopfdruck den Motor, der recht spritzig, untermalt von leichtem Surren, das für große wie kleine Fahrer geeignete Faltrad vorantreibt. Nach dem Anfahren merkt man schnell, dass maximale Unterstützung nur leichte Beinarbeit erfordert. Das E-Bike beschleunigt auch, wenn man keine Kraft in die Pedale steckt. Anders als die meisten Pedelecs vermittelt das Jivr damit keinen natürlich-homogenen Vortrieb wie ihn vom Radfahren her gewohnt ist. Da es sich um ein Single-Speed handelt, bewährt diese Auslegung den Fahrer Richtung Höchstgeschwindigkeit vor einer sehr hohen Trittfrequenz.   

Die Batterie des E-Bikes soll gut 50 Kilometer Reichweite erlauben, der Fahrer kann zwischen drei Unterstützungsmodi wählen. Ein Display, das Restreichweite, Fahrmodus oder Geschwindigkeit anzeigt, gibt es nicht. Dafür aber die Möglichkeit, per App ein Smartphone mit dem Antrieb zu verbinden, welches dann neben fahrrelevanten Daten auch Navigationsinformationen anzeigt. Zudem lassen sich via App Einstellungen am Antrieb vornehmen.

Um das Jivr einzuklappen, muss man zunächst die Sattelstange lösen, das Hinterrad nach vorne klappen und anschließen den Rahmen mittig falten. Für diesen Vorgang braucht es etwas Übung, während für das Ausklappen eine Handbewegung reicht. Andere Klappräder lassen sich kompakter falten, dennoch erleichtert auch das Jivr die Mitnahme im Zug oder Kofferraum. Damit man das immerhin 18 Kilogramm schwere Bike nicht über den Bahnsteig tragen muss, bietet es dank der im eingeklappten Zustand parallel zueinander stehenden Räder eine Ein-Hand-Schiebefunktion.

Dank des in Höhe und Weite leicht verstellbaren Lenkers und dem weiten Verstellbereich des Sattels finden große wie kleine Fahrer eine angemessene Position. Das Jivr hinterlässt im Fahreinsatz einen wendigen und handlichen Eindruck. Allerdings scheint die Gesamtkonstruktion nicht ganz verwindungsfrei zu sein, weshalb man auf freihändiges Fahren lieber verzichtet. Dafür packen die hydraulischen Scheibenbremsen souverän zu. Angesichts der bei Schräglagen leicht aufsetzenden Pedale sollte man bei Kurvenfahrten aufs Pedalieren verzichten.

Das Projekt Jivr gibt es bereits seit ein paar Jahren. Mittlerweile wurden mehrere Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen. Dank der Geldspritzen will das Unternehmen expandieren. Einen offiziellen Vertrieb für Deutschland gibt bisher allerdings nicht. Wer ein Jivr haben will, muss es deshalb direkt über die Webseite des Herstellers für rund 3.200 Euro bestellen. In der Basisausstattung ist das Klapprad allerdings nicht ganz alltagstauglich ausgestattet. Vorläufig sind keine Schutzbleche verfügbar, die aber im Herbst folgen sollen. Zudem gibt es keine Beleuchtung. Dafür allerdings viele verschiedene und zum Teil recht expressive Rahmenfarben. Einige davon kosten 200 Euro, andere 400 Euro Aufpreis. 

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