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Fitness in der Formel 1 - So trainieren Fahrer

Bei der Formel 1 kommt es nur auf das Auto an? Fehlanzeige! Welchen Belastungen sind Fahrer im Cockpit ausgesetzt und wie werden sie fit für die Saison?

Fitness in der Formel 1 - So trainieren Fahrer
@ gianfrancodebei (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Im Rennzirkus gibt es keinen Fahrer, der es mit Bauchansatz oder Doppelkinn in die Profiliga schafft. Zwar ist ein gutes Auto Voraussetzung für die Spitzenplätze, doch um es bei Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr über die anspruchsvollen Strecken zu peitschen, benötigen die Fahrer mehr als Erfahrung. 

Fitness in der Formel 1 - Ohne Schweiß kein Grand Prix

Ein Blick auf die Social-Media-Kanäle der Formel-1-Piloten zeigt deutlich, dass Fitness bei allen eine große Rolle spielt. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen und so trainieren die Stars der Formel 1 auch in den offiziellen Pausen, um so schnell wie möglich leistungsfähig und bereit für den Wettbewerb zu sein. Wichtig ist dabei ein gutes Verhältnis körperlicher und geistiger Fitness.

Rennfahrer können heute im Vergleich mit anderen Athleten mithalten doch was sind sie ohne ihr Auto wert?

Körperliche Anforderungen - 6 g sind kein Spaziergang

Bei starker Beschleunigung oder einer intensiven Bremsung wirken in einem modernen Formel-1-Auto bis zu 6,5 g, also das 6,5-fache des eigenen Gewichtes auf die Fahrer. Ein etwa sechs Kilogramm schwerer Kopf inklusive 1,4 Kilogramm Helm pressen also mit bis zu 48 Kilo Gewicht auf den Nacken. 

Um die hohen Geschwindigkeiten abzufangen, werden bis zu 80 kg Druck auf der Bremse benötigt - je nach Strecke bis zu über 200 mal pro Rennen. Und auch das Lenken ist bei dem intensiven Anpressdruck nicht mit Links erledigt - 40 Kilogramm Kraft bedarf es, wie das Magazin Motor Sport total vorrechnet. 

Dann wäre da noch die Konzentration: Im richtigen Moment bremsen, schalten, beschleunigen und bei über 300 km/h auch noch auf die anderen Fahrer Rücksicht nehmen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Klassische Sportler wie Langläufer, Fußballer oder Triathleten sind zwar fit, doch würden aufgrund ihrer spezialisierten Trainingseinheiten wohl kein Rennen durchhalten. Wie erreichen Formel-1-Fahrer dieses Level an Allround-Fitness? 

Physisches Training gilt als wichtige Voraussetzung

Triathlon, Rennrad, Schwimmen und Kraftraum - Neben einer Grundfitness, die sich gut mit der von einigen Olympioniken vergleichen lässt, müssen auch Muskeln, Gelenke und Sehnen auf die Strapazen vorbereitet sein. 

Ralf Schumacher soll außerhalb der Saison bis zu fünf mal pro Woche über mehr als vier Stunden den Kraftraum genutzt haben, um für eine neue Saison leistungsfähig zu sein. Jenson Button entspannt außerhalb der Saison bei Triathlons, Alonso fährt Rennrad, Joggt oder spielt Fußball und Sebastian Vettel verbringt die Sommerpause mit bis zu sechs Stunden Ausdauer- und Krafttraining am Tag, die von einer Runde Fuß- oder Basketball abgerundet werden.

Psychische Vorbereitung - Denken kommt vor Lenken

Im Nordwesten der Toskana findet sich in der italienischen Kleinstadt Viareggio ein Ort, der sich speziell der Konzentrationsfähigkeit und mentalen Fitness von Formel-1-Fahrern widmet. The Formula Medicine bietet ein auf die hohen Anforderungen zugeschnittenes Trainingsprogramm. Viele Stars, stellen sich gern mehrere Tage am Stück den Anforderungen, die Riccardo Ceccharelli, der 1989 bei der Formel 1 seine Karriere als Arzt begann, extra auf die Anforderungen der Piloten zuschnitt und später auf andere Sportarten ausweitete.

Heute kommen neben Rennfahrern auch andere Sportler gern vorbei und trainieren mit den Konzentrations- und Reaktionsübungen, die sich spielerisch am Computer gestalten, ihre Leistungsfähigkeit für Rennen und Wettkämpfe. Richtiges Reagieren in Bruchteilen von Sekunden, kleine Fehler gut wegstecken und volle Kraft weitermachen können, bei hohen Temperaturen im Cockpit geistig ansprechbar bleiben - Die Anforderungen an die Spitzensportler sind auch psychisch intensiver als man vermutet.

Ohne gutes Auto geht nichts

Selbst der beste und fitteste Fahrer ist mit einem schlechten Auto nicht in der Lage, ein Rennen zu gewinnen. Die Leistung der Teams, Ingenieure und Monteure spielt eine große Rollen für den Erfolg. Wie gut geölte Maschinen müssen die Fahrer die Boliden an die Spitze bringen und schaffen es durch Leistung individuell zu überzeugen und in einen besseren Rennstall aufzusteigen. Fitness, Können und etwas Glück spielen wie bei jeder anderen Sportart ebenso eine Rolle bei dem Rennen um Platz 1. Da beim Rennsport das Sportgerät die Hauptrolle spielt, neigt man leider zu oft dazu das zu unterschätzen, was die Fahrer wirklich leisten.

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