So gut sind Fahrradanhänger wirklich

Fahrradanhänger liegen voll im Trend - bei Jung und Alt. Verständlich: Die Kinder haben Spaß, und die Eltern steigern mit etwas Bewegung ihre Gesundheit. Doch wie sieht es eigentlich mit der Qualität und Sicherheit aus? Das wollte die Stiftung Warentest wissen und hat zwölf Fahrradanhänger unter die Lupe genommen.

So gut sind Fahrradanhänger wirklich
mid Groß-Gerau - Hinsichtlich Qualität und Sicherheit gibt es bei vielen Fahrradanhängern noch reichlich Luft nach oben. Antranias / pixabay.com


Fahrradanhänger liegen voll im Trend - bei Jung und Alt. Verständlich: Die Kinder haben Spaß, und die Eltern steigern mit etwas Bewegung ihre Gesundheit. Wie in jedem anderen Boom-Segment drängen auch bei den lustig aussehenden Anhängern immer mehr Hersteller auf den Markt. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Doch wie sieht es eigentlich mit der Qualität und Sicherheit aus? Das wollte die Stiftung Warentest wissen und hat zwölf Fahrradanhänger unter die Lupe genommen, neun Zweisitzer und drei Einsitzer, zu Preisen von 96 bis 925 Euro.

Der Test zeigt: Gleich vier Modelle sind in puncto Schadstoffe mangelhaft. Das Labor wies unter anderem ein in Kleinkinderspielzeug verbotenes Flammschutzmittel oder erhöhte Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) nach, darunter auch Naphthalin.

Und: Einige Modelle schützen die kleinen Passagiere bei Unfällen nicht gut genug. Der Froggy BTC07 beispielsweise erwies sich im Test als so unsicher, dass die Experten der Stiftung Warentest schon vor Veröffentlichung der Ergebnisse davor warnten, den Anhänger weiterhin zu nutzen. Erschreckend: Seine Gurte rissen im Labor und sogar bei Vollbremsungen im Praxistest. Der Anbieter stoppte den Verkauf.

Den Ansprüchen im Test werden nur wenige Modelle wirklich gerecht: Lediglich drei der zwölf geprüften Anhänger holen ein gutes Gesamturteil - sie konnten mit ihren Fahreigenschaften, der Ergonomie und ihrer Haltbarkeit überzeugen. Ein weiteres Modell kann nur als Anhänger überzeugen. Zum Buggy umgebaut - diese Möglichkeit bieten fast alle Anhänger im Test - hat er Schwächen: So versagte das Buggy-Rad im Haltbarkeitstest, außerdem fanden die Tester im Buggy-Schiebegriff einen gesundheitlich bedenklichen Phthalat-Weichmacher - immerhin außerhalb des Kontaktbereich des Kindes.

Die zum Teil hohen Kaufpreise scheinen auf den ersten Blick gerechtfertigt durch die lange Nutzungsdauer. Doch die Ergonomie-Experten deckten im Test auf, dass viele Anhänger bereits für Kinder mit fünf Jahren zu niedrig konstruiert sind. Aus einigen teuren Testkandidaten wachsen viele Kinder mitunter noch früher heraus - bereits mit drei oder vier Jahren. Kinder können den Platzmangel für den Kopf kompensieren, indem sie mit dem Po nach vorne rutschen. Für den Rücken ist diese Haltung allerdings ungünstig.

Fazit: Nicht jeder Fahrradanhänger hält, was er verspricht. Eltern sollten deshalb beim Kauf ganz genau hinschauen und auf eine ausgiebige Probefahrt bestehen.

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