Elektromobilität

Projekt "OmniSteer": Schaeffler elektrisiert

Die Elektrifizierung und Automatisierung von Fahrzeugen schreitet rasant voran. Vor diesem Hintergrund hat Schaeffler gemeinsam mit Projektpartnern Konzepte und Prototypen für neue Lenksysteme für den urbanen Einsatz entwickelt. Jetzt steht das Projekt 'OmniSteer' vor dem Abschluss.

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mid Groß-Gerau - Schaeffler hat gemeinsam mit Projektpartnern Konzepte und Prototypen für neue Lenksysteme für den urbanen Einsatz entwickelt. Jetzt steht das Projekt mit dem Namen "OmniSteer" vor dem Abschluss. Schaeffler


Umweltschutz ist eines der beherrschenden Zukunftsthemen. Damit lässt sich auch in der Politik kräftig punkten. Das hat die Europawahl deutlich gezeigt. Eine wesentliche Rolle spielt die Elektromobilität. Und wenn es im digitalen Zeitalter um Nachhaltigkeit geht, führt an alternativen Antrieben kein Weg vorbei.

Nach langem Dornröschenschlaf geben die Autohersteller hierzulande beim Thema Elektromobilität nun Vollgas. Die Zulieferer sind da schon einen Schritt weiter. Dort beschäftigen sich die Ingenieure und andere schlaue Köpfe längst mit der Entwicklung elektrischer Antriebsstränge. Schaeffler beispielsweise hat den elektrischen Härtetest zusammen mit den Partnern Audi Sport und Abt Sportsline auch auf der Rennstrecke bestanden.

In der Formel E gehört der Zulieferer aus Herzogenaurach zu den Pionieren der Rennserie mit rein elektrisch angetriebenen Boliden, die sich auf den ersten Blick kaum von ihren berühmten Brüdern in der Formel 1 unterscheiden. Die im Motorsport gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in die Serie ein. Für Schaeffler ist die E-Mobilität einer der wichtigsten Innovationstreiber der Zukunft.

Die Elektrifizierung und Automatisierung von Fahrzeugen schreitet rasant voran. Vor diesem Hintergrund hat Schaeffler gemeinsam mit Projektpartnern Konzepte und Prototypen für neue Lenksysteme für den urbanen Einsatz entwickelt. Nach rund drei Jahren Laufzeit steht das mit 1,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt mit dem Namen "OmniSteer" jetzt vor dem Abschluss, teilt Schaeffler mit.

Was steckt hinter dieser Technik? In Kombination mit dem Antriebsmodul "Schaeffler Intelligent Corner Module" und neuartigen Radaufhängungen, die größere Lenkeinschläge erlauben, wurden funktional sichere mechatronische Längs- und Querführungssysteme (Abstands- und Spurassistenten) entwickelt, erläutern die Schaeffler-Ingenieure. Diese Systeme sollen künftig eine höhere Manövrierfähigkeit von Fahrzeugen ermöglichen.

"Für uns ist OmniSteer ein sehr wertvolles Projekt, aus dem wir viel Wissen generiert haben, das wir im Rahmen der weiteren Produktentwicklung für automatisiertes Fahren nutzen werden", sagt Tim Hosenfeldt, Leiter Innovation und Zentrale Technologie bei Schaeffler.

Schaeffler bietet mit seinem elektrischen Radnabenantrieb E-Wheel Drive eine Lösung für die Mobilität von morgen. "Voraussetzung für OmniSteer sind zunächst die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und in einem nächsten Schritt die damit verbundene Integration der Antriebe in die Räder gewesen", erläutert Projektleiter Dr. Paul Haiduk. Der äußerst kompakte Antrieb ermögliche ganz neue Anwendungsgebiete in der urbanen Mobilität, heißt es.

Vor allem Park-Muffel profitieren von dem neuen System. "Der große Vorteil eines Radlenkwinkels von plus/minus 90 Grad und einzeln steuerbarer Räder ist der Übergang von einer Geradeausfahrt in ein seitliches Einparkmanöver ohne Zwischenstopp", erklärt Haiduk. Situativ kann zwischen Vorderrad-, Hinterrad- und Allradlenkung gewechselt werden. Auch ein Wenden auf der Stelle sei möglich, versichert der Schaeffler-Experte. Das klingt noch ein wenig nach Science Fiction. Doch die Wirklichkeit hat viele dieser Themen längst eingeholt.

Ralf Loweg / mid

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