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Audi zeigt sich den Aktionären in Grün

Audi will sich zum Anbieter ganzheitlich CO2-neutraler Premium-Mobilität wandeln. Die Ingolstädter verfolgen dabei das Ziel, im Wettbewerb die Führungsrolle zu übernehmen.

Audi zeigt sich den Aktionären in Grün
mid Groß-Gerau - Die Herren der vier Ringe müssen kämpfen und wollen die Audi-Motorenpalette umweltfreundlich gestalten. Audi


Audi will sich zum Anbieter ganzheitlich CO2-neutraler Premium-Mobilität wandeln. Die Ingolstädter verfolgen dabei das Ziel, im Wettbewerb die Führungsrolle zu übernehmen. Dazu beschleunigt der Hersteller seine Elektrifizierungs-Roadmap und unternehmensweite Dekarbonisierung.

Bereits bis 2025 soll sich der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 verringern. Die Kapitalrendite als zentrale finanzielle Steuerungsgröße bildet künftig auch die CO2-Performance der vier Ringe ab und soll durch nachhaltiges Management auf über 21 Prozent steigen. Der Vorstand stellt die Neuausrichtung auf der Hauptversammlung in Neckarsulm vor und informiert zur aktuellen Geschäftsentwicklung.

Den Leitgedanken der tiefgreifenden Transformation versieht das Unternehmen mit dem Slogan: "Konsequent Audi". Die grüne Welle soll nun den Aktionären schmackhaft gemacht werden. "Audi bietet die schönste Form nachhaltiger Mobilität: Unsere Vision steht für eine neue Konsequenz in der strategischen Ausrichtung und ihrer Umsetzung", sagt Audi-Chef Bram Schot. "Entscheidend ist für mich, dass wir ein durch und durch kundenorientiertes Unternehmen werden." Zu den Top-Themen zählten deshalb auch umfassende Vernetzung, ein überzeugendes digitales Ökosystem und hochautomatisiertes Fahren mit Fokus auf die interurbane Langstrecke.

2025 soll das Audi-Portfolio bereits mehr als 30 Modelle mit Elektroantrieb zählen, darunter 20 rein elektrische. Für den Einstieg in die elektrische Premium-Welt will man bis dahin mindestens drei Modelle auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) für kompaktere Fahrzeuge an den Start bringen. Erste Modelle auf der zusammen mit Porsche entwickelten PPE-Architektur sollen zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in den oberen Segmenten erhältlich sein.

Für seinen Zukunftskurs stemmt das Unternehmen allein bis Ende 2023 rund 40 Milliarden Euro an Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Davon entfallen rund 14 Milliarden Euro auf Elektromobilität, Digitalisierung und hochautomatisiertes Fahren.

Zur Finanzierung der hohen Vorleistungen will Audi systematisch Renditepotenziale erschließen, etwa durch den Ausbau seiner Marktposition in den oberen Premium-Segmenten. Zusammen mit der Marke Lamborghini fuhren die neuen Oberklasse-Modelle von Audi im ersten Quartal 2019 bereits einen deutlich gestiegenen Anteil an den Umsatzerlösen des Audi-Konzerns ein. Die neuen Plug-in-Hybrid-Modelle für Audi A6, A7 und A8 sollen das Oberklasse-Angebot bald weiter ergänzen.

Auf seiner Hauptversammlung gibt das Unternehmen zudem die künftige Erweiterung der A8-Modellfamilie um ein neues, besonders luxuriöses und prestigeorientiertes Derivat bekannt. Für das Geschäft von Audi Sport mit leistungsstarken Modellen plant das Unternehmen eine deutliche Steigerung bei Verkaufsvolumen und Ergebnis.

Aktuell muss Audi kämpfen: Im ersten Quartal 2019 gingen die Auslieferungen der Marke gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 447.247 (2018: 463.750) Automobile zurück. Hier habe sich - so Audi - die zuvor noch stark eingeschränkte Verfügbarkeit des Modellprogramms im Zuge der WLTP-Umstellung ausgewirkt.

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