5x Design-Pedelecs - Schummelräder mit Schick

Pedelecs sind aus Sicht echter Radler eher für Bewegungsmuffel. Doch es gibt einige elektrisch getriebene Räder, auf denen man eine sportliche Figur macht, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen.

55x Design-Pedelecs - Schummelräder mit Schick
Die jüngste Kreation aus dem Hause Coboc ist das One Soho F1, das zum Preis von 3.500 Euro unter anderem einen Riemenantrieb bietet Foto: Coboc

Seit dem bereits einige Jahre zurückliegenden Boom der Singlespeed- und Fixie-Fahrräder sind äußert spartanisch und sportlich wirkende Fahrräder eine feste Größe auf dem Fahrradmarkt. Auch wenn es widersprüchlich erscheinen mag, bietet sogar die E-Bike-Branche Pedelecs mit schicker Singlespeed-Aura an. Mittlerweile gibt es einige solcher Stromer mit unauffällig integrierter Schmummeltechnik. Ihren Fahrern erlauben sie, sich ohne Muskelkraft sportlich-cool in Szene zu setzen. Hier fünf Modelle mit zum Teil unterschiedlichen Akzenten und Techniklösungen.

Ehre wem Ehre gebührt: Der Klassiker der Schummelrad-Szene ist das Soho One von Coboc. Die Heidelberger Fahrradschmiede hat bereits 2011 diesen Hingucker auf seine schmalen Räder gestellt. Damals war das Konzept eine kleine Sensation, denn statt, wie zunächst noch üblich, einen klobigen Batterieklotz irgendwo lieblos ans Pedelec zu hängen, haben die Coboc-Gründer den Stromspeicher unsichtbar in den Rahmen integriert. Ganz formvollendet ist die Lösung nicht, sorgt sie doch für ein wuchtiges Unterrohr, doch wie ein klobiges E-Bike sieht das One eben auch nicht aus. Zumal auch auf ein Display oder eine Schaltereinheit verzichtet wurde. Den Ladezustand zeigen kleine Dioden im Rahmen an. Der kleine Motor im Hinterrad sorgt für spritzigen Vortrieb. Dem Singlespeed-Purismus folgend, gibt es allerdings kein Getriebe, was man gelegentlich vermissen mag. Mittlerweile hat Coboc sein Portfolio um alltagstauglichere Modelle und eine variantenreiche One-Familie ausgebaut. Der leichteste Ableger, das One eCycle F1, bringt es trotz E-Antrieb auf nur 10,7 Kilogramm, kostet allerdings stolze 6.000 Euro. Die Ur-Version wird weiter angeboten - mit rund 3.000 Euro übrigens günstiger denn je.

Vermutlich hat Coboc den auch aufgrund wachsender und teilweise deutlich günstigerer Konkurrenz nach unten korrigiert. Ein neuer Mitbewerber aus Belgien namens Cowboy kostet zum Beispiel nur 2.000 Euro. Und für dieses Geld bekommt man einiges geboten. Dazu gehören etwa geschickt in Rahmen beziehungsweise Batterie integrierte LED-Leuchten oder ein sauberer Riemenantrieb. Zudem setzt der Newcomer auf hydraulische Scheibenbremsen und eine Steuerung des Antriebs per Smartphone. Bemerkenswert ist auch das Design, denn geglättete Schweißnähte, innenverlegte Leitungen und eine durchgehend schwarze Lackierung sorgen für ein äußerst aufgeräumtes Erscheinungsbild. Interessant ist die Akkuintegration, denn in diesem Fall handelt es sich um einen schwarzen, herausnehmbaren Riegel, der optisch erfreulich geschmeidig ins nach hinten halboffene Sattelrohr teilintegriert wurde. Der Vorteil dieser Lösung: Der mit 360 Wh recht üppig dimensionierte Stromspeicher lässt sich zum Aufladen herausnehmen.

Wie beim Coboc bleibt auch bei dem ebenfalls in Deutschland erdachten Geos dank ihrer vollständigen Rahmenintegration die Batterie nicht herausnehmbar. Doch anders als beim One hat das Geos die Akkuzellen auf Ober- und Unterrohr verteilt, was für gleichmäßigere Proportionen bei den Rohren und eine damit besonders schlanke Optik sorgt. Neben der Zweiteilung des Akkus wurde auch bei anderen Lösungen vor allem auf Ästhetik und Qualität und weniger auf die Kosten geachtet. Entsprechend bewegt sich das in der Basis 4.800 Euro teure Singlespeed bei den Anschaffungskosten in abgehobenen Sphären. Ähnlich wie beim Cowboy bietet das Geos einen Riemenantrieb, die Steuerung per App sowie in die Rahmenkonstruktion integrierte LED-Leuchten. Das Rücklicht ist abnehmbar, weil sich dahinter geschickter Weise die Ladebuchse für die 378-Wh-Batterie verbirgt.

Ähnlich elegant wie das Geos sieht das aus Spanien stammende Desiknio aus, welches allerdings eine nur 250 Wh große Batterie im Alurahmen integriert. Auch dieses Pedelec macht dank weitgehend hochwertiger Komponenten auf Edel-Singlespeed. Doch muss der Kunde in diesem Fall nicht zwingend auf eine Gangschaltung verzichten, denn die Spanier bieten eine Version an, die in optisch reizvoller Weise ein Pinion-Zentralgetriebe integriert. Eine einzigartige und von Desiknio patentierte Lösung, die sich besonders angenehm fahren lässt. Doch zusammen mit der hochwertigen Ausstattung und der Pinion-Lösung steigt der Preis auf 5.000 Euro, was wohl viele finanzielle Schmerzgrenzen übersteigen dürfte. Wer auf Alternativübersetzungen verzichten kann, bekommt für 3.590 Euro bei Desiknio eine Singlespeed-Version.

Und wer sich mit dem E-Bike noch ein wenig gedulden kann, könnte alternativ ab Oktober das Arthur von Schindelhauer nehmen. Die Berliner Fahrradmarke ist eine anerkannte Größe, wenn es um puristisch designte Räder geht. Dieser Tradition folgt auch das ab Oktober erhältliche Arthus, das in seinem leicht wirkenden Rahmen eine 250-Wh-Batterie versteckt, die wiederum einen Nabenmotor von Mahle im Hinterrad mit Strom versorgt. Auch dieses Modell besticht durch einen sauberen Look und Riemenantrieb. Eine Gangschaltung ist allerdings nicht bestellbar. Eine weitere Besonderheit ist die Lightskin-Lichtanlage, die unscheinbar Rücklicht und Scheinwerfer in der Sattelstütze beziehungsweise Lenker integriert. Zudem ist das Arthur mit 13,4 Kilogramm ziemlich leicht. Leicht machen wird es zudem die Geldbörse seines künftigen Besitzers, denn für diese Schönheit muss man mindestens 3.800 Euro investieren.

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