Neuzulassungen: Europa auf dem Weg zum Zehn-Jahres-Rekord

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Grafik: Fahrzeugzulassungen nach Ländern. Foto: Auto-Medienportal.Net/Jato

Der europäische Automobilmarkt musste im Oktober weitere Einbußen hinnehmen. Nach Angaben des internationalen Marktbeobachters Jato Dynamics in Schwalbach wurden 1,12 Millionen Fahrzeuge zugelassen: 7,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Branche litt weiterhin unter den Folgen vom September, als die Einführung von WLTP und mangelnde Verfügbarkeit nicht homologierter Modelle zu einem Marktrückgang führte. Die Zahlen für das laufende Jahr blieben davon allerdings unbeeindruckt, so dass wir bei den Gesamtzulassungen den höchsten Stand der letzten zehn Jahre erreichen werden.

,,Wir erwarteten für Oktober einen weiteren Zulassungsrückgang, da der Homologationsprozess seine Zeit braucht", sagt Felipe Munoz, Global Analyst von Jato Dynamics. ,,Es ist jedoch beunruhigend zu sehen, dass einige der wichtigsten Akteure der Branche damit immer noch im Rückstand sind." Anfang Oktober waren 43 Prozent der auf dem Markt erhältlichen Modelle nicht homologiert; einen Monat später war der Anteil erst auf 37 Prozent zurückgegangen.

Am deutlichsten fiel der Rückgang in Deutschland und Italien sowie in mittelgroßen Märkten wie Belgien, Niederlande, Schweden und Österreich aus. Interessanterweise wurde Polen im Laufe des Monats zum sechstgrößten Markt Europas, obwohl die Zahl der Registrierungen um 1,5 Prozent zurückging.

Wie bereits im September konnte sich das SUV-Segment erneut gegen die negativen Folgen von WLTP und Dieselkrise behaupten. Trotz schwieriger Marktbedingungen haben die SUVs weiter Fahrt aufgenommen: Der Absatz legte um 7,2 Prozent auf 397 200 Einheiten zu und der Marktanteil stieg von 30,8 Prozent im Oktober 2017 auf 35,5 Prozent im vergangenen Monat. Der größte Teil des Wachstums entfiel auf die kleinen SUVs, deren Absatz um 16,6 Prozent stieg, nachdem Neueinführungen das Segment verstärkten. In der Tat: ,,Europäische B-SUVs könnten bis Jahresende die Zwei-Millionen-Marke erreichen", prognostiziert Munoz. Demgegenüber sank das MPV-Volumen um 37 Prozent auf nur 55 000 verkaufte Einheiten, während die Mittelklasse um 33 Prozent auf 64.500 Zulassungen und das Sportwagen-Segment um 33 Prozent auf 4.00 Zulassungen zurückgingen.

Dieselfahrzeuge verloren weiter an Boden. Der Absatz sank im Oktober um 24 Prozent und kam auf 34,1 Prozent des Gesamtmarktes. Der Grund ist, dass viele der beliebten Dieselmodelle noch nicht homologiert sind. Unterdessen nahm der Marktanteil bei den Fahrzeugen mit alternativen Antrieben um zwei Prozentpunkte auf 7,5 Prozent weiter zu, während die Nachfrage nach reinen Elektroautos mit einem Absatzplus um 70 Prozent enorm gestiegen ist.

Nachdem der Volkswagen-Konzern im September den ersten Platz an PSA verloren hatte, konnte er im Oktober - trotz 22 Prozent weniger Absatz - wieder an die Spitze zurückkehren. Volkswagen gehörte aber dennoch neben Renault-Nissan und Fiat-Chrysler zu den größten Marktanteilsverlierern des Monats.

Auch die Marke Volkswagen eroberte den Spitzenplatz im Markenranking zurück, verlor aber ebenfalls Marktanteile, da der Absatz um 15,6 Prozent einbrach. Die größten Einbußen unter den Marken verzeichnete jedoch Audi. Der Absatz lag 53 Prozent unter Vorjahresniveau. Das Wachstum von Peugeot und Citroen im PSA-Konzern wurde jedoch durch einen Rückgang um 7,1 Prozent der Marke Opel/Vauxhall kompensiert. Das lag vor allem am Nachfragerückgang bei einem der Schlüsselmodelle - dem Opel/Vauxhall Mokka - in Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Auch wenn Renault-Nissan im Oktober der dritterfolgreichste Autohersteller war, reichten die zweistelligen Rückgänge bei den Marken Renault und Nissan aus, um das geringe Wachstum bei Dacia und das starke Wachstum bei Mitsubishi auszugleichen. Das Unternehmen musste auch den Titel des erfolgreichsten europäischen SUV-Herstellers abgeben und fiel hinter PSA und Volkswagen-Konzern zurück.

Der VW Golf behauptete seine Position als Europas meistverkauftes Auto, trotz starker Rückgänge in Deutschland um elf Prozent, in Großbritannien um 32 Prozent, in Frankreich um 41 Prozent, in Italien um 44 Prozent und in Spanien um 51 Prozent. Das führte dazu, dass der Gesamtmarktanteil von 3,63 Prozent im Oktober 2017 auf 2,89 Prozent im vergangenen Monat sank. Dagegen stieg die Nachfrage nach dem VW Polo mit einem Zulassungsplus von 60 Prozent auf 21 000 Einheiten.

Der Peugeot 3008 war Europas meistverkauftes SUV und Fiat brachte den Panda zurück in die Top 10 des Modellrankings. Zu den größten Gewinnern gehörten Mercedes A-Klasse, Toyota C-HR, Ford Ecosport, Mini Countryman, Mazda CX-3, Peugeot 108 und Mitsubishi Space Star.
Von den jüngsten Neueinführungen kam der VW T-Roc auf 11 758 Zulassungen. Außerdem gab es 9726 Zulassungen des Citroen C3 Aircross, 8736 des Skoda Karoq, 7087 des Seat Arona, 6.686 des Hyundai Kona, 6505 des Volvo XC40, 6243 des Opel/Vauxhall Grandland und 4023 des BMW X2. (ampnet/Sm)

Der Artikel "Neuzulassungen: Europa auf dem Weg zum Zehn-Jahres-Rekord" wurde in der Rubrik WIRTSCHAFT mit dem Keywords "Neuzulassungen, Europa, Bestwert, zehn Jahre" von "ampnet" am 5. Dezember 2018 veröffentlicht.

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