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Formel 1: Ausblick auf die nächste WM

Formel 1: Ausblick auf die nächste WM
@ gianfrancodebei (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Formel 1 Rennen des Jahres 2018 sind so gut wie abgeschlossen, Lewis Hamilton durfte seinen neuen Weltmeistertitel bereits vorzeitig in Empfang nehmen. Im November folgen die zwei abschließenden Grand Prix Events in Brasilien und Abu Dhabi. Echte Fans werden ganz sicher auch diese Rennen verfolgen, zumal es um weitere interessante Platzierungen geht. Doch das nächste Jahr gerät bereits ins Blickfeld: Was steht 2019 in der Formel 1 an?

Technik ist immer im Wandel

Im technischen Bereich steht aktuell die Fahrersicherheit auf dem Plan: Nachdem Carlos Sainz und Sebastian Vettel im F1 Qualifying beinahe miteinander kollidiert wären, haben sich die Experten den Kopf zerbrochen, wie sich die Sicht nach hinten deutlich verbessern lässt. Dabei gerieten die Heckflügel der Boliden ins Visier, die nun wieder um mindestens 50 mm erhöht werden sollen, um einen größeren Abstand zwischen Flügelunterseiten und Seitenkästen herzustellen.

Zusätzlich erhalten die Außenspiegel eine andere Positionierung. Dadurch verändert sich das Äußere der Rennwagen kaum, doch für die Fahrer ergibt sich ein freierer Blick nach hinten. Die seitlichen Endplatten erhalten eventuell noch weitere Bremsleuchten in Form vertikaler LED-Leisten, wie wir sie schon an den LMP-Prototypen bewundern durften: Bei Regenwetter sind die Boliden damit besser sichtbar. Die Veränderungen wurden am 12. Oktober von der FIA Weltratssitzung bewilligt.

Optimierungen im Streckendesign

Die berühmte Strecke von Monaco bereitet aktuell weder den Fahrern noch den Zuschauern besonders viel Freude. Fernando Alonso soll das Grand Prix Event von 2018 sogar als „das wahrscheinlich langweiligste Rennen in der Formel-1-Geschichte“ bezeichnet haben, weil die Boliden über zahlreiche Runden hinweg wie an der Perlenschnur aufgereiht fuhren. Damit wieder mehr Action Einzug hält, wird sogar schon über mögliche Landaufschüttungen im kleinen Königreich geredet! Das sind allerdings hehre Zukunftsvisionen, die frühestens im Jahr 2025 greifen würden. Vielleicht werden die Fahrer nächstes Jahr auch stattdessen auf zwei Rennen aufgeteilt, damit mehr Platz zum Überholen bleibt.

Eines ist jedenfalls klar: An keinem anderen Parcours gehen die Zuschauer so eng auf Tuchfühlung mit den Wagen – und nirgendwo sonst existiert eine derart glamouröse Kulisse wie in Monte Carlo. Der klassische Parcours führt an dem legendären Yachthafen vorbei, durch den Autotunnel und direkt zum historischen Casino. Das Letztgenannte wird sogar als eine Art Hauptattraktion betrachtet. Erbaut im Jahre 1868 von François Blanc, zieht es auch heute noch zahlreiche Touristen an. Die Massenet Kurve liegt dem ehrwürdigen Gebäude förmlich zu Füßen, sie bildet einen wichtigen Punkt, wo die Fahrer wieder beschleunigen können, nachdem sie die enge Mirabeau Kombination passiert haben. Doch ob die Strecke so bleibt, wird nur die Zukunft zeigen.

Obergrenzen sind auch hier ein Thema

Die viel diskutierte Budget-Obergrenze soll ab 2019 in sanfter Form kommen, ebenfalls mit dem Ziel, neue Spannung ins Rennen zu bringen. In den letzten Jahren verlief die Formel 1 doch relativ vorhersehbar, frei nach dem Motto: Wir fahren unsere Runden und Lewis Hamilton gewinnt. Das liegt unter anderem daran, dass die großen Mitspieler wie Mercedes, Red Bull Racing und Ferrari sehr viel Geld zur Verfügung haben und sich damit ihre Siege bis zu einem gewissen Grad kaufen können. Durch finanzielle Obergrenzen sollen sich die Ressourcen-Unterschiede zumindest verkleinern: Die großen Rennställe geben im Moment zwei Mal so viel Geld wie die Mittelfeldteams aus, auf lange Sicht soll dieser Abstand auf etwa 10 bis 20 % schmelzen.

Ross Brawn versicherte in diesem Zusammenhang: „Wir wollen kein System, das zu einer Situation führt, in der es keine großen Gegner mehr gibt, die es zu bezwingen gilt“. Die typischen David-gegen-Goliath-Szenarien verleihen jeder Sportart, auch dem Rennsport, nun einmal einen ganz besonderen Reiz. Die realistische Möglichkeit, dass David tatsächlich gewinnt, gehört jedoch auf jeden Fall mit dazu!

Nachwuchs rollt an

Im nächsten Jahr drängen sich tatsächlich auch verheißungsvolle junge Fahrer auf das Parkett, die die Formel 1 so richtig aufmischen könnten. Der 19-jährige Lando Norris gehört zu diesen Heißspornen, er ersetzt ab 2019 Fernando Alonso bei McLaren. Hinzu kommen der 22-jährige Alexander Albon, der für Toro Rosso an den Start geht, und der 21-jährige George Russel, der sich dem britischen Team Williams F1 hinzugesellt. Mick Schumacher hingegen, obwohl bereits 19 Jahre, geht nächstes Jahr noch nicht für die Formel 1 an den Start, sondern möchte lieber noch weiter reifen. Für Deutschland werden weiterhin also „nur“ Hülkenberg und Vettel fahren, die sich beide im 32. Lebensjahr befinden.
Vettel durfte sich bereits viermal über den Weltmeistertitel freuen, doch ob ein fünfter Sieg folgen wird, steht in den Sternen. Hülkenberg hingegen hat es noch nie bis nach ganz vorne geschafft, obwohl die Liste seiner absolvierten Grand-Prix-Rennen endlos erscheint. Er erhält mit Daniel Ricciardo zur nächsten Saison einen neuen Teamkollegen, der selbst bereits auf die 30 zugeht. Ferrari hingegen gönnt sich eine Verjüngungskur und nimmt den 21-jährigen Charles Leclerc bei sich auf. Kimi Räikkönen räumt für den 18 Jahre jüngeren Mann seinen Platz, um sich die Formel 1 demnächst vom Zuschauerrand aus anzusehen.

Hinter den Kulissen ist also bereits viel in Bewegung gekommen, um die Formel 1 nicht nur zu verjüngen, sondern auch wieder spannender zu gestalten. Die Veränderungen erscheinen den meisten Fans sicherlich längst überfällig, zum Teil vielleicht sogar zu lasch. An der Praxis wird sich erweisen, wie sinnvoll sie sind.

Der Artikel "Formel 1: Ausblick auf die nächste WM" wurde in der Rubrik TECHNIK mit dem Keywords "" von "Redaktion" am 9. November 2018 veröffentlicht.

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