Test: Pedelec-Sattel Selle Royal eZone - Vorbildlich verbindlich

Pedelec-Fahrer sind oft ziemlich flott unterwegs. Damit sie beim Beschleunigen nicht aus dem Sattel rutschen, hat sich Selle Royal den eZone erdacht. Es sind allerdings andere Eigenschaften, die den Sitz für E-Bike-Nutzer interessant macht.

3Test: Pedelec-Sattel Selle Royal eZone - Vorbildlich verbindlich
De eZone von Selle Royal ist speziell für Pedelecs entwickelt worden Foto: Max Friedhoff/SP-X

Worauf achtet man beim Pedelec-Kauf? Die meisten vermutlich auf Akkuleistung, Motor oder Bremsen. Der Sattel? Der sollte wohl vor allem bequem sein. Der in Italien beheimatete Fahrradsattel-Spezialist Selle Royal hatte allerdings deutlich mehr als nur diese Eigenschaft bei der Entwicklung des speziellen E-Bike-Sitzes eZone im Fokus. Herausgekommen ist ein etwas teures aber in mehrfacher Hinsicht an die speziellen Anforderungen der Pedelec-Nutzung erfreulich gut angepasstes Sitzteil.

Zunächst einmal hinterlässt der eZone einen erfreulich soliden Eindruck. Obwohl aus mehreren sauber ineinandergreifenden Komponenten zusammensetzt, wirkt das Teil fast wie aus einem Guss. Unter der gummierten und glatten Satteldecke bietet der eZone eine dicke Gel-Schicht, die für Komfort sorgt, ohne aber zu weich zu wirken. Laut Hersteller handelt es sich um ein haltbares Material, das sowohl frost- als auch hitzebeständig ist. Extrahart ist hingegen der Unterbau, der aus sehr stabil wirkendem Kunststoff und den Führungsschienen aus Metall besteht. Für die einfache Montage muss man bei einer Standardaufnahme lediglich zwei Inbusschrauben lösen und wieder anziehen, um den in der Länge um wenige Zentimeter verstellbaren Sattel bombenfest mit dem E-Bike zu vermählen. Optisch wirken das moderne Design und die grau-schwarze Farbgebung neutral, weshalb der Sattel mit vielen Rädern harmonieren dürfte.

Als Besonderheit ist die äußerst verbindlich wirkende untere Sattelstruktur auch gleich noch Griffmulde, mit der sich der bei den meisten Pedelecs vergleichsweise schwere Heckbereich sicher heben lässt. Es kann zwar lästig sein, ein 25-Kilo-E-Bike ein paar Treppenstufen hinaufzutragen, doch manchmal muss das sein. Mancher Standardfahrradsattel kann allerdings unter dieser Last brechen, denn oftmals wurden diese nicht auf das Extragewicht von Pedelecs ausgelegt.

Ansonsten zeichnet sich der eZone durch eine für seinen Einsatzzweck angemessene Ergonomie aus. Nach vorne fällt die schmal zulaufende Nase recht kurz aus, während die Sitzfläche nach hinten breit wird und aufsteigt. Die kurze Nase soll den Aufstieg erleichtern, zugleich ist sie schmal genug, um ein Scheuern der Innenschenkel zu verhindern. Dank der breiten Sitzfläche eignet sich der Sattel zudem für Männer wie Frauen. Ungewöhnlich ist jedoch das stark aufsteigende Profil, was nach Meinung von Selle Royal ein Verrutschen verhindern soll. Die Idee: die stärkere Beschleunigung durch die Motorunterstützung lässt Pedelec-Piloten nach hinten rutschen. Der eZone verhindert das, was mehr Sicherheit bringen soll. Das klingt allerdings sehr nach Marketing-Sprech, denn selbst starke Pedelecs drücken den Fahrer nicht aus seiner Sitzposition. Den von Selle Royal propagierten Sicherheitsgewinn sollte man also nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Baumwolltextilien vorausgesetzt, sitzt man auf dem eZone jedenfalls tatsächlich wie festgegossen. Wer lieber etwas auf seinem Sattel hin und her rutscht, könnte diese Pattex-Positionierung möglicherweise sogar als störend empfinden. Wer jedoch gerne maximal verbindlichen Kontakt zum Fahrradsitz wünscht, wird den eZone vermutlich lieben. Das ist allerdings auch das Auffälligste am Sattel, der ansonsten während der Fahrt erfreulich unauffällig bleibt. Er schränkt weder die Bewegungsfreiheit beim Strampeln ein, noch machen sich irgendwelche Druckstellen nach längeren Touren bemerkbar.

Angesichts des ansonsten recht neutralen Eindrucks könnte dieser spezielle Pedelec-Sattel eine gute Alternative für all diejenigen sein, die mit dem serienmäßig verbauten Gestühl hadern. Ob der eZone allerdings der richtige Sattel ist, wird man erst auf einer Probefahrt merken. Sollte diese überzeugen, gibt es allerdings noch einen Haken: Selle Royal ruft 90 Euro für den E-Bike-Sattel auf. Selbst für einen Qualitätssattel, was der eZone zweifellos ist, eine selbstbewusste Ansage.

Der Artikel "Test: Pedelec-Sattel Selle Royal eZone - Vorbildlich verbindlich" wurde in der Rubrik FAHRRAD mit dem Keywords "Test: Pedelec-Sattel Selle Royal eZone" von "Mario Hommen/SP-X" am 5. Juli 2018 veröffentlicht.

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