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Sind 2020 Elektroautos erschwinglich für jedermann?

Sind 2020 Elektroautos erschwinglich für jedermann?
Smart fortwo und forfour electric drive

Zukunftsvisionen sind Elektroautos schon längst nicht mehr. Mehr als 173.000 Ladestationen für die batteriegetriebenen Fahrzeuge gab es in Deutschland Anfang Mai dieses Jahres – ein Zuwachs von rund 67.000 in nur 18 Monaten.

Doch wie sieht es aus mit dem von der Bundesregierung im Jahr 2008 festgelegten Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben? Noch ist das eher ein ausgesprochen ambitionierter Wunsch, trotz vierstelligem Zuschuss für die Anschaffung. 2016 wurden 3.285.904 Fahrzeuge neu zugelassen. Die Anzahl der E-Autos darunter? Gerade mal 11.410, und auch die Hybriden mit Benzin- und Elektromotor kamen nur auf schlappe 47.996 Stück.

Das soll sich allerdings ändern. Bisher gibt es zwei große Hindernisse für einen Siegeszug der umweltfreundlichen Strom-Automobile. Das eine ist der Preis – das günstigste Elektrofahrzeug in den USA ist derzeit der Smart Electric Drive, der mit satten 24.000 US-Dollar zu Buche schlägt und damit 10.000 Dollar mehr kostet als die durchschnittliche Familienlimousine mit Benzinantrieb. Doch selbst wenn man tiefe Taschen hat, ist das Fahrzeug nur für den Stadtverkehr geeignet. Bei 93 Kilometer pro Stromladung kann man sonst schnell auf der Strecke bleiben.

Zu teuer und zu wenig Reichweite – die großen Autohersteller basteln längst an einer Lösung, auch dank der neuen, stärkeren und leichteren Lithium-Ionen-Batterien, die unter anderem schon die neuen Handys powern. Allein 2020, also rechtzeitig für die Zielgerade der Bundesregierung, sind zahlreiche neue Modelle angekündigt, von Luxusmarken bis zu Wagen für Otto Normalverbraucher.

Die Reichweite soll bis dahin deutlich steigen, obwohl schon jetzt etliche Modelle den Smart Electric Drive im Staub lassen.

Die Franzosen haben dabei zumindest noch die Schnauze vorn. Der Citroen C-Zero hat eine 14,5 kWh starke Batterie unter der Haube, kostet dank Prämie deutlich unter 20.000 Euro und soll rund 150 Kilometer zwischen zwei Stromladungen zurücklegen können (https://www.welt.de/motor/modelle/gallery154835078/Fuenf-Elektroautos-unter-20-000-Euro.html).

Der Renault Zoe soll es sogar auf sage und schreibe 400 Kilometer bringen – das entspricht der Entfernung von Berlin nach Bielefeld.

Da können nicht einmal die sonst so zuverlässigen Japaner mithalten. Zwar gehört auch der Nissan Leaf zu den günstigsten Elektroautos auf dem Markt, aber ihm geht schon lange vor dem Renault der Saft aus.

Audi und Toyota sollen ihre Hoffnungen auf Feststoffbatterien setzen, die bis zu 800 Kilometer Reichweite liefern sollen, wenn alles nach Plan verläuft. Allerdings sind weltweit diverse Akku-Techniken in der Entwicklung, von denen jeweils der große Durchbruch fürs Elektroauto erhofft wird.

Preise für künftige Modelle von Jaguar, Audi, Mercedes, Tesla und anderen Herstellern sind noch nicht angekündigt. Allzu günstig dürften sie aber nicht ausfallen.

Wer sich keines der verfügbaren Modelle leisten kann, hat trotzdem die Chance, zumindest auf kürzeren Wegen auf Strom umzusteigen. E-Scooter und E-Fahrräder haben schon seit Jahren kräftigen Aufwind, und auch E-Motorräder legen zu.

Der Artikel "Sind 2020 Elektroautos erschwinglich für jedermann?" wurde in der Rubrik UMWELT mit dem Keywords "" von "Redaktion" am 23. Mai 2018 veröffentlicht.

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