5x: Stadt-Pedelecs auf Mini-Rädern - Klein ist das neue Cool

Im Großstadtverkehr bieten Fahrräder viele Vorteile. Wenn die Bikes dann noch handlich, wendig leicht verstaubar und zudem noch elektrisch angetrieben sind - umso besser.

55x: Stadt-Pedelecs auf Mini-Rädern - Klein ist das neue Cool
Der chinesische Hersteller Tsinova will sein schickes Ion jetzt auch in Deutschland anbieten Foto: Tsinova

Wenn es um neue Trends geht, ist Fahrradbranche überaus kreativ. Ob Fixies, Lastenräder oder Gravel Bikes - für jede noch so kleine Nische werden Spezialisten erdacht oder weiterentwickelt, auf die dann Teile der Biker-Community abfahren dürfen. Ein noch recht junger Hype sind besonders kompakte und auf kleinen Rädern stehende Stadt-Pedelecs. Diese sind praktisch, wendig und zumeist auch leicht verstaubar. Wie facettenreich dieser Fahrradtyp sein kann, zeigt sich an fünf Neuheiten, die mit zum Teil sehr unterschiedlichen Techniken und Talenten aufwarten.

Ein smartes und zugleich recht günstiges Vielzweck-Pedelec bietet die deutsche Traditionsmarke Kalkhoff mit dem Durban Compact G. Das kleine Bike mit Unisex-Rahmen steht auf 20-Zöllern, die dank Big-Ben-Ballonreifen neben gutem Handling auch etwas Fahrkomfort versprechen. Federelemente gibt es keine. Dafür aber einen Groove-Go-Nabenmotor im Hinterrad, der in Kombination mit einer am Sattelrohr montierten 252-Wh-Batterie eine fürs urbane Einsatzgebiet ausreichende Reichweite von etwa 45 Kilometer erlaubt. Kombiniert ist der Antrieb mit einer Sora-Achtgang-Kettenschaltung aus dem Einsteigersortiment von Shimano. Das Durban ist darüber hinaus mit hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro, Seitenständer, Schutzblechen und einer Lichtanlage gerüstet. Für größeres Transportgut ist der ordentlich dimensionierte Frontgepäckträger ausgelegt. Trotz seiner bereits guten Ausstattung rangiert das rund 20 Kilogramm schwere E-Bike mit 1.600 Euro im unteren Pedelec-Preissegment.

Ebenfalls auf 20-Zoll-Rädern mit Ballonreifen steht das neue Life S der bayerischen Fahrradschmiede Corratec. Der City-Cruiser zeichnet sich durch eine eigenwillige Optik mit Lifestyle-Aufhübschung und alltagstauglicher Ausstattung aus. Während der in Einheitsgröße angebotene Rahmen in Schwarz oder Weiß zu haben ist, können Kunden die massiv gebauten Schutzbleche in verschiedenen Farben wie Rot, Blau oder Gelb bestellen. Als Besonderheit bietet der Tiefeinsteiger-Rahmen ein weit nach hinten geneigtes Sattelrohr und einen extrabreiten Lenker, der dem Fahrer entgegenkommt. Unterstützt wird dieser von einem Bosch-Mittelmotor (Active Line) in Kombination mit 400-Wh-Batterie, Kettenantrieb und siebenstufiger Nexus-Nabenschaltung. Gegen Aufpreis gibt es alternativ eine Stufenlos-Automatik in Kombination mit einem 500-Wh-Akku. Weitere Ausstattungsdetails des Life S sind Scheibenbremsen (Shimano M315), LED-Licht, Seitenständer, ein solider Gepäckträger sowie ein gefederter Trekking-Sattel. Die Preise starten bei rund 2.500 Euro.

100 Euro mehr verlangt der Klappradspezialist Tern für eine neue Budget-Variante des Vektron. Anders als bei der bisherigen Vektron-Version mit Bosch-Antrieb setzt das neue Einstiegsmodell auf einen Mittelmotor des chinesischen Herstellers Bafang. Dieser erlaubt in Kombination mit einer 418-Wh-Batterie rund 100 Kilometer Reichweite. Hinzu kommt eine gute Ausstattung mit LED-Lichtanlage, Scheibenbremsen, breiten Schutzblechen und einem vielseitig nutzbarem Heckgepäckträger. Dank einer steifen Rahmenkonstruktion und 20-Zoll-Big-Apple-Reifen fährt des Vektron erfreulich stabil und handlich. Als Besonderheiten bietet es neben den mit wenigen Handgriffen auf eigentlich jede Körpergröße anpassbaren Lenker und Sattel zwei Klappmechanismen in der Rahmenmitte und an der Lenkstange. Dank dieser Lösung lässt sich das Vektron kompakt zusammenfalten und gut in die Ecke einer Abstellkammer oder im Kofferraum verstauen. Auch die Mitnahme in Zügen ist möglich. Angesichts eines Gewichts von 23 Kilogramm ist das Falt-Pedelec im Vergleich zu klassischen Klapprädern allerdings etwas unhandlich.

Mit 84 x 68 x 40 Zentimeter geringfügig kompakter als das Tern lässt sich das mit rund 25 Kilogramm allerdings ähnlich schwere KTM Macina Fold zusammenfalten. Beeindrucken kann das ab Frühjahr verfügbare Klapp-E-Bike vor allem mit seiner aufgeräumten Optik, da sich der Powertube-Akku im massiven Zentralrohr der Rahmenkonstruktion versteckt. Angetrieben wird das Fold von einem Bosch-Mittelmotor, der seine Kraft über Zahnriemen und Achtgang-Nabenschaltung ans Hinterrad leitet. Abhängig von der Unterstützungsstufe verspricht KTM ein Reichweitenfenster von 50 bis 150 Kilometer. Vorne und hinten kommen jeweils hydraulische Scheibenbremsen zum Einsatz. Auf die 20-Zoll-Räder wurden die pannensicheren Schwalbe-Reifen Marathon Plus aufgezogen. Eine Lichtanlage, Ergon-Griffe, Schutzbleche, Gepäckträger, Seitenständer und der in einem weiten Bereich höhenverstellbare Sattel runden das alltagstaugliche Paket ab. Mit 3.300 Euro ist das Macina Fold allerdings nicht ganz billig.

Für ziemlich genau die Hälfte will der chinesische Hersteller Tsinova das optisch auffällige Ion demnächst auch deutschen Kunden anbieten. Unter anderem aufgrund seines trapezförmigen Rahmens unterscheidet es sich deutlich von klassischen Konstruktionen. Zudem bietet Tsinova extrovertierte Farbkombinationen, wie etwa die Rahmenfarbe Kupfer mit weißen Reifen. Der Leichtbaurahmen auf 20-Zoll-Rädern soll dank der Entkopplung von Sattel- und Steuerrohr ein vibrationsarmes Fahren erlauben. Auch der E-Antrieb des Ion wurde auf den Einsatz in der Stadt ausgelegt. Unterstützt wird der Fahrer von einem kleinen Nabenmotor im Hinterrad, der mit 250 Watt und 40 Newtonmetern Drehmoment bis 25 km/h unterstützt.

Die im hinteren Bereich des Rahmens eingehängte und abnehmbare 5,8-Ah-Batterie ermöglicht bis zu 70 Kilometer Reichweite. Die Ladezeit soll lediglich zwei Stunden betragen. Als Besonderheit bietet das Ion einen leisen und sauberen Riemenantrieb, verzichtet allerdings auf ein Getriebe, welches man angesichts der elektrischen Unterstützung vermutlich nicht vermissen wird. Auch ein Display oder Bedientasten für den E-Antrieb erspart Tsinova dem Nutzer. Stattdessen steuert der Fahrer den Antrieb über eine Smartphone-App, die außerdem Navigation, Diebstahlsicherung und Bordcomputerfunktion umfasst.

Der Artikel "5x: Stadt-Pedelecs auf Mini-Rädern - Klein ist das neue Cool" wurde in der Rubrik FAHRRAD mit dem Keywords "5x: Stadt-Pedelecs auf Mini-Rädern" von "Mario Hommen/SP-X" am 9. Februar 2018 veröffentlicht.

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