Automobilhandel

So steht es um Borgward

Der Neustart der wiederbelebten Auto-Marke Borgward gestaltet sich schwieriger als gedacht. An der Kooperation mit Autovermieter Sixt wolle man festhalten. Man habe die Absicht, gemeinsam Fahrzeuge zu verkaufen, heißt es.

So steht es um Borgward
mid Groß-Gerau - Ein Bild aus der Blütezeit: Die legendäre Isabella von Borgward verzückt in den 1950er Jahren nicht nur die Autofahrer. Borgward


Der Neustart der wiederbelebten Auto-Marke Borgward gestaltet sich schwieriger als gedacht. An der Kooperation mit Autovermieter Sixt wolle man festhalten. Man habe die Absicht, gemeinsam Fahrzeuge zu verkaufen, teilen die beiden Unternehmen auf Anfrage von des Branchenmagazins "kfz-betrieb" mit. Auf einen Starttermin wollen sich beide Seiten allerdings nicht festlegen. Die Verhandlungen laufen noch. Man sei zuversichtlich, bald zu einer Lösung zu kommen, sagte ein Borgward-Sprecher. "Sicher ist, dass wir vor dem Marktstart Service- und Vertriebsbereit sein werden."

Für den Service plant Borgward dem Vernehmen nach eine Zusammenarbeit mit der Werkstattkette A.T.U. Es seien noch Details zu klären, beispielsweise, wie viele der A.T.U-Standorte den Borgward-Kunden mit der wachsenden Fahrzeugflotte jedes Jahr zusätzlich zur Verfügung stehen sollen.

Spekulationen, dem chinesischen Nutzfahrzeughersteller Foton, der hinter Borgward steht, könnte das Geld ausgehen, sorgen für zusätzliche Unruhe. "Unser Haupteigner Foton Motor führt Gespräche mit interessierten Investoren hinsichtlich einer möglichen Beteiligung an Borgward zur weiteren Stärkung der Marke und des Konzerns sowie zur Beschleunigung der Produktentwicklung", sagte der Sprecher. Borgward sei schon immer bestrebt gewesen, weitere strategische Investoren zu gewinnen.

Borgward hatte 2015 ein Comeback gestartet. Mitte 2017 hatte der Autobauer in China mit dem Fahrzeugverkauf begonnen; bislang wurden im Reich der Mitte rund 45.000 Fahrzeuge abgesetzt. Neben Deutschland will das Unternehmen 2018 in zahlreichen kleineren Märkten starten, darunter Iran, Bahrain, Katar, Kuwait sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Borgward beschäftigte einst 23.000 Menschen und war in den 1950er Jahren eine etablierten Marke in Deutschland. Den Autofahrern ist das Unternehmen durch Modelle wie Isabella, Arabella, Hansa 1500 und Hansa 2400 ein fester Begriff. 1961 dann der Schock: Borgward musste Konkurs anmelden. Geblieben ist der klangvolle Name. Ob sich damit allein allerdings das Rad der Zeit zurückdrehen lässt, steht in den Sternen.

Der Artikel "So steht es um Borgward" wurde in der Rubrik WIRTSCHAFT mit dem Keywords "Automobilhandel, Auto, Wirtschaft" von "Ralf Loweg" am 2. Februar 2018 veröffentlicht.

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