Als das Fahrrad noch aus Holz war

Zur großen Jubiläums-Show des Fahrrades sind der Fantasie scheinbar keine Grenzen gesetzt. Zum 200. Geburtstags wird sogar das Ur-Rad zu neuem Leben erweckt. Dafür haben Informatiker der Saar-Uni den Vorgänger des modernen Fahrrads auf die Räder gestellt.

Als das Fahrrad noch aus Holz war
mid Groß-Gerau - Professor Holger Hermanns hat das Ur-Rad zu neuem Leben erweckt. Universität des Saarlandes


Zur großen Jubiläums-Show des Fahrrades sind der Fantasie scheinbar keine Grenzen gesetzt. Zum 200. Geburtstags wird sogar das Ur-Rad zu neuem Leben erweckt. Dafür haben Informatiker der Saar-Uni den Vorgänger des modernen Fahrrads noch einmal auf die Räder gestellt. Dieser Prototyp ist zwar wie sein berühmter Ur-Ahne komplett aus Holz, dafür hat er aber auch Elektromotor, Batterie, Sensoren und Mini-Computer an Bord.

Sobald sich der Biker mit den Beinen vom Boden abstößt, schaltet sich der Motor des Holzrads ein und spendiert dem Fahrer einen zusätzlichen Antrieb. Mit ihrer "Draisine 200.0" wollen die Informatiker um Professor Holger Hermanns die Aussagekraft mathematischer Beweise testen, um damit unter anderem die Software von E-Bikes sicherer zu machen. Hermanns will mit seiner Grundlagenforschung der Elektro-Fahrrad-Industrie helfen, Programmierfehler zu vermeiden. "Wenn es uns gelingt, die automatische Verifikation der Software zum Industriestandard zu machen, werden wir so etwas wie den Diesel-Skandal nicht mehr erleben", so der Experte.

Wie kam Professor Hermanns auf die Idee mit dem Holzrad? Als er erfährt, dass am 12. Juni 2017 die erste Radtour ihren 200. Geburtstag feiert, fasst er den Entschluss, das Laufrad des Karl von Drais nachzubauen und es dabei gleich mit einem Elektroantrieb auszustatten. Zusammen mit Dries Callebaut, einem belgischen Fahrrad-Ingenieur, entwickelt er einen Prototyp für die "Draisine 200.0".

"Bei den herkömmlichen Elektrofahrrädern schaltet sich der Motor ein, wenn sich die Pedale bewegen, bei der Draisine gibt es diese nicht", sagt Hermanns. Genau zu erfassen, wann der Fahrer das Laufrad anschiebt, wird zur Herausforderung. Die Forscher merken schnell, dass schon kleine Fehler eine drastische Wirkung haben. "Stellen Sie sich vor, Sie holpern über einen Bordstein, die Sensorik interpretiert dies als Anschieben und lässt den Elektromotor auf 25 km/h beschleunigen", erläutert Hermanns. Jetzt will der Informatik-Professor mit dem aktuellen Prototyp eine längere Testfahrt unternehmen, genau wie Erfinder Karl von Drais vor 200 Jahren. Bleibt zu hoffen, dass er da nicht auf dem Holzweg ist.

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Der Artikel "Als das Fahrrad noch aus Holz war" wurde in der Rubrik VERKEHR mit dem Keywords "Fahrrad, Jubiläum, Historie, Pannenhilfe" von "Ralf Loweg" am 9. Juni 2017 veröffentlicht.

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