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Diesel-Anteil im freien Fall

Negativ-Meldungen und weitere Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte von Diesel-Modellen verunsichern die deutschen Autokäufer zusehends. Die Folge: Der Diesel-Anteil ist im Mai 2017 mit 40,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit knapp acht Jahren gesunken.

Diesel-Anteil im freien Fall
mid Groß-Gerau - Das Diesel-Bashing hinterlässt Spuren: Der Anteil der Selbstzünder sinkt rapide. ADAC


Negativ-Meldungen und weitere Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte von Diesel-Modellen verunsichern die deutschen Autokäufer zusehends. Die Folge: Der Diesel-Anteil ist laut dem CAR-Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen im Mai 2017 mit 40,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit knapp acht Jahren gesunken, im Vorjahr lag er noch bei 46,3 Prozent. Und der Negativ-Trend wird sich nach Ansicht von Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer fortsetzen.

Ein Ende der Entwicklung sei nicht in Sicht, das Gebrauchtwagengeschäft angesichts steigender Standzeiten und hoher Rabatte zum Abverkauf problematisch. Zumal: "Bei 83 von uns ausgewerteten Tests von Euro-6-Fahrzeugmodellen des Kraftfahrtbundesamtes, der Deutschen Umwelthilfe und auto-motor-sport liegen im Durchschnitt 6,3-fache Grenzwertüberschreitungen im normalen Fahrbetrieb vor", schreibt Dudenhöffer. Nur sechs Modelle halten den Euro-6-Grenzwert von 80 mg NOx je Kilometer ein. Das klingt doch verdächtig nach Abgesang.

Eine Alternative für den Diesel - und die ist angesichts der in der Folge des Dieselrückgangs wieder steigenden CO2-Emissionen von zentraler Bedeutung - ist aber in den Augen Dudenhöffers schon vorhanden und sollte jetzt forciert werden: Hybride und reine E-Mobile. Nun müsse zügig umgesteuert werden, um Strafzahlungen an die EU zu vermeiden und nicht weiter an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Dann sei es möglich, den Diesel zu subsituieren. Zentral sei dazu aber der breitflächige Einsatz der 48-Volt Mildhybridtechnik erforderlich, wie sie zum Beispiel Mercedes in der modernisierten S-Klasse serienmäßig einsetzen wird. Durch diese Technik - ein Startergenerator auf der Kurbelwelle - könnten bei Kosten von weniger als 700 Euro pro Fahrzeug CO2-Einsparungen bis zu zwölf Gramm pro Kilometer realisiert werden. Die positive Entwicklung bei Toyota - die Japaner haben ihren Marktanteil nicht zuletzt wegen viel Hybrid und wenig Diesel (9,3 Prozent) binnen zwei Jahren um 17 Prozent gesteigert - zeige, dass die Rechnung aufgehen kann.

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Der Artikel "Diesel-Anteil im freien Fall" wurde in der Rubrik WIRTSCHAFT mit dem Keywords "Auto, Diesel, Statistik, Hybrid-Fahrzeug" von "Thomas Schneider" am 6. Juni 2017 veröffentlicht.

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