Autonomes Fahren: Teurer Spagat für die Hersteller

Die individuelle motorisierte Mobilität steuert unaufhaltsam aufs autonome Fahren zu. Doch in den nächsten zehn Jahren ist nicht mit einem flächendeckenden Durchbruch zu rechnen. Diese Tatsache zwingt die Autohersteller zu einem aufwendigen und teuren Spagat: Sie müssen kurzfristig die schon vorhandenen Assistenzsysteme deutlich leistungsfähiger machen - und gleichzeitig intensiv an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge arbeiten.

Autonomes Fahren: Teurer Spagat für die Hersteller
mid Groß-Gerau - Autonom fahrende Autos werden auch in den nächsten Jahren noch deutlich in der Minderheit sein. Daimler

Die individuelle motorisierte Mobilität steuert unaufhaltsam aufs autonome Fahren zu. Doch in den nächsten zehn Jahren ist nicht mit einem flächendeckenden Durchbruch zu rechnen. Diese Tatsache zwingt die Autohersteller zu einem aufwendigen und teuren Spagat: Sie müssen kurzfristig die schon vorhandenen Assistenzsysteme deutlich leistungsfähiger machen - und gleichzeitig intensiv an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge arbeiten.

"Das vollständig selbstfahrende Auto bleibt zunächst einzelnen Anwendungsbereichen und -orten vorbehalten", heißt es bei der internationalen Managementberatung Bain & Company. Der Grund: Die rechtlichen Rahmenbedingungen schränken das autonome Fahren noch auf eng begrenzte Testgebiete ein. Interessant würden selbstfahrende Autos in den nächsten Jahren vor allem für Taxiunternehmen und Mobilitätsanbieter, die die hohen Kosten etwa durch Personaleinsparungen wettmachen könnten. "Für das selbstfahrende Auto wird es vorerst lediglich Wachstums-Hotspots geben", erklärt Dr. Hans Joachim Heider, Bain-Partner und Co-Autor der aktuellen Studie "An Autonomous Car Roadmap for Suppliers".

Hochautonome Systeme werden im Jahr 2025 laut der Studie selbst im optimistischsten Szenario nur in etwa zehn Prozent der Neuwagen eingebaut sein. Und dabei sind bereits die Systeme berücksichtigt, die es dem Fahrer nur in bestimmten Situationen erlauben, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit dem Straßenverkehr. Der Massenmarkt wird laut Bain & Company mittelfristig weiter von traditionell fahrergesteuerten Autos bestimmt. Dabei werden in den nächsten Jahren immer umfangreichere und leistungsfähigere Assistenzsysteme ein mehr und mehr teilautonomes Fahren möglich machen. Laut der Analyse wächst dadurch das weltweite Marktvolumen für Zulieferer bis 2025 auf 22 bis 26 Milliarden US-Dollar, das entspricht einem jährlichen Wachstum von zwölf bis 14 Prozent.

Der Artikel "Autonomes Fahren: Teurer Spagat für die Hersteller" wurde in der Rubrik TECHNIK mit dem Keywords "Auto, Autonomes Fahren, Entwicklung, Assistenzsystem, Studie" von "Rudolf Huber" am 6. März 2017 veröffentlicht.

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