Autogas-Pkw erfüllen Emissions-Grenzwerte mühelos

Im Windschatten der Abgas-Affäre wittern die Befürworter von Pkw mit Autogas-Antrieb Morgenluft. Denn die Emissionen der Gas-Fahrzeuge liegen weit unter denen von Diesel-Fahrzeugen und auch von Benzinern. In einem Test unter realen Fahrbedingungen war etwa der Wert für den Stickoxid-Ausstoß 51 Mal niedriger als beim Selbstzünder.

3Autogas-Pkw erfüllen Emissions-Grenzwerte mühelos
mid Groß-Gerau - Pkw fahren mit Gas sauberer als mit Benzin und Diesel, werden aber kaum gekauft. GM Company

Im Windschatten der Abgas-Affäre wittern die Befürworter von Pkw mit Autogas-Antrieb Morgenluft. So etwa die Lobby-Gruppe "Deutscher Verband Flüssiggas" (DVFG), die nun von dem lange bekannten Umstand, dass die Emissionen der Gas-Fahrzeuge weit unter denen von Diesel-Fahrzeugen und auch von Benzinern liegen, profitieren möchte. Und so gab der DVFG eine entsprechende Untersuchung bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Auftrag.

Getestet wurden unter anderem ein Opel Astra Diesel und sein bivalentes Gegenstück - also mit Benzin- und zusätzlich Gasantrieb - sowie ein bivalenter Kia Sportage. Das Ergebnis: Im Test unter realen Fahrbedingungen war etwa der Wert für den Stickoxid-Ausstoß im Gasbetrieb 51 Mal niedriger als beim Selbstzünder. Der Blick auf die künftige Abgasnorm Euro-6c für Stickoxide zeigt: Der aktuelle Diesel-Astra würde den zulässigen Grenzwert um den Faktor 7 überschreiten. Für die Gas-Versionen ist die Norm dagegen gar kein Problem.

Und die Feinstaub-Emissionen? Hier ergibt sich in abgeschwächter Form das gleiche Bild: Schaltet der Fahrer im bivalenten Fahrzeug - ob Opel oder Kia - von Ottokraftstoff auf Gas um, reduziert sich der Partikel-Ausstoß um bis zu 98 Prozent. Und obwohl beim Diesel-Astra die Partikel vom Dieselpartikelfilter (DPF) sehr wirksam zurückgehalten werden, ist der Ausstoß 3,6-fach höher als bei einem entsprechenden LPG-betriebenen Astra.

Die Interpretation der Auftraggeber vom DVFG ist - mit einiger Berechtigung - klar: "Dieses Studienergebnis zeigt erneut, wie groß das Potenzial von Autogas mit Blick auf die Luftreinhaltung ist. Der Alternativkraftstoff bietet sowohl für das Stickoxid- als auch für das Feinstaubproblem eine überzeugende Lösung an", sagt der Vorsitzende des DVFG Rainer Scharr.

Etwas differenzierter ist die Realität denn aber doch. Denn Erdgas etwa, das die gleichen Vorteile bietet, aber eben nicht wie Autogas (LPG) ein fossiler, sondern ein regenerativer Rohstoff ist, wird ausgespart. Dennoch schadet es nichts, hin und wieder auf die Vorzüge von Gasantrieben im Allgemeinen hinzuweisen, denn bei den deutschen Verbrauchern kommen die nicht wirklich an. Der Bestand an Gas-Autos ist sogar zurückgegangen. Anfang 2015 waren es laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch rund 575.000, Anfang 2016 nur noch 555.000 Fahrzeuge. Die aktuellen Zahlen für Anfang 2017 des KBA liegen noch nicht vor, es ist jedoch mit einer weiteren Abnahme zu rechnen. Verschenktes Potenzial.

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