Test Fiat Scudo Modular: Business-Class
2011-10-06 Mit Innenausbauer Sortimo arbeitet Fiat bei seinen Nutzfahrzeugen für Branchenlösungen bereits seit einiger Zeit zusammen. Nun haben beide Partner ihre Kooperation auch auf den Businessbereich ausgedehnt. Fiat Scudo Modular heißt das Ergebnis. Dahinter verbirgt sich ein sechssitziger Kleinbus für Geschäftsreisende oder die Familie mit gehobeneren Van-Ansprüchen.
Der Modular verfügt über sechs Einzelsitze in Lederausführung. Der Fußboden hinter den beiden vorderen Plätzen ist mit Laminat in dunkler Holzoptik ausgekleidet. In ihm sind sechs Aluminiumschienen verlegt. In den beiden äußeren lässt sich die Bestuhlung nahezu nach Belieben verschieben. Dafür sorgen nahezu 100 Löcher (!) zum Arretieren. In den beiden mittleren, etwas enger beieinander liegenden Schienen lässt sich ein optionales Tischmodul (750 Euro) einklinken. Es bietet oben und an den Stirnflächen Ablagen für Getränke, Becher und andere Kleinigkeiten. Per Knopfdruck fährt das Modul in die Höhe und erlaubt, links und rechts je eine kleine Tischplatte auszuklappen. Es handelt sich um einen europaweit einmaligen Tisch, der auch während der Fahrt benutzt werden darf.
Die beiden Sitze in der mittleren Reihe lassen sich für eine Minikonferenz an Bord um 90 und 180 Grad drehen. Alle vier hinteren Sitze haben an beiden Seiten zudem neigungsverstellbare Armlehnen. Die Rücksitzlehnen lassen sich nicht nur für eine Schlafposition sehr weit nach hinten neigen, sondern auch nach vorne auf die Sitzfläche umklappen. So lässt sich ohne Ausbau auch mal schnell ein mittlerer Ikea-Einkauf in den Scudo schieben. Zwar lassen sich die Sitze im Notfall auch herausnehmen, aber das Gestühl ist nicht gerade leicht und das Lösen aus der Verankerung ist mit etwas Fummelarbeit verbunden. Bei Bedarf entsteht so aber auch entweder ein kleiner Transporter mit dem Ladevolumen des gewerblichen Kastenwagens oder beispielsweise 2+1+1-Sitzer, dessen eine Seite zum Beispiel für die Mitnahme eines Fahrrads oder anderer Gegenstände genutzt werden kann. Adapter und Verzurrmöglichkeiten für die Mitnahme von Freizeitgeräten lassen sich in das System integrieren. Lediglich beim Armaturenbrett in, wenn auch zweifarbigem, Hartplastik müssen leichte optische und haptische Abstriche gemacht werden. Die Türinlets hingegen sind vorne und hinten mit dünnem Leder und weißen Nähten bespannt. Auch die weiß hinterlegten Rundinstrumente passen zu dem gehobeneren Anspruch. Seitenairbags, automatische Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Luftdüsen im Dachhimmel, ESP mit Antischlupfregelung, Zusatzheizung, Einparkhilfe hinten, Tempomat, Regen- und Lichtsensor, Radio mit CD-Player, Gepäckraumabdeckung sowie elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel gehören zur serienmäßigen Ausstattung. Auf Wunsch gibt es unter anderem unter anderem auch eine Bluetooth-Freisprechanlage, ein CD-Wechsler im Armaturenbrett, Sitzheizung sowie eine automatische Vollluftfederung mit Up/Down-Funktion.
Bewusst gibt es den Modular nur auf Basis der Scudo-Topausstattung Panorama Executive 165 Multijet mit dem 2,0-Liter-Dieselmotor und 121 kW / 165 PS. Dessen Leistungsentfaltung lässt mit 340 Newtonmetern Drehmoment bei 2000 Umdrehungen in der Minute wenig zu wünschen übrig. Der Vierzylinder tritt souverän an und bietet ausreichend Durchzug. Dazu gesellt sich ein weich zu schaltendes 6-Gang-Getriebe mit jedoch relativ langen Wegen. Hier kann der Scudo seine Transporterwurzeln nicht ganz verschweigen. Gleiches gilt für das Fahrwerk. Zumindest in unbeladenem Zustand federt der Modular recht hart, zumal die vier Einzelsitze leichter sind als die beiden serienmäßigen Sitzbänke. Ihren Wegfall honoriert Fiat dem Käufer übrigens mit 600 Euro Preisnachlass auf das Basisfahrzeug. Der nach der Bestellung beim Fiat-Händler von der Sortimo Speedwave GmbH vorgenommene Umbau kostet mit 9950 Euro Aufpreis netto dann so viel wie ein Fiat Panda. (ampnet/jri)
Daten Test: Fiat Scudo Modular
Länge x Breite x Höhe (m): 5,14 x 1,90 x 1,88 Motor: Vierzylinder, 1997 ccm, Common Rail-Turbodiesel Leistung: 121 kW / 165 PS bei 3750 U/min Max. Drehmoment: 340 Nm bei 2000 U/min Leergewicht/Zuladung: 1959 kg / 816 kg Anhängelast (gebremst): maximal 2000 kg Verbrauch (nach EU-Norm): Durchschnitt 7,1 Liter Emissionen: 185 g/km (Euro 5) Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h Wendekreis: 12,59 m Basispreis: 47 064 Euro
Diese Nachricht wurde in der Rubrik Schlagzeilen von MOTOR-TRAFFIC.de mit den Schlagworten - Fiat Scudo - am 2011-10-06 veröffentlicht.
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